Kia Ora!

Dies ist mein Blog, in dem ich versuche regelmäßig von meinen Erlebnissen in Neuseeland zu berichten. Ich hoffe es gefällt euch, Kommentare sind immer herzlich willkommen!







Montag, 27. Dezember 2010

Kiwi Christmas

Am Besten erzähl ich einfach der Reihe nach, zumindest versuche ich es. Nachdem ich meine Pläne, mit Victoria und Jannik in Pauanui Weihnachten zu feiern, leider endgültig aufgeben musste, hatte ich genau zwei Möglichkeiten. Entweder ich bleibe in Paihia und verbringe dort im Hostel die Feiertage oder aber ich fahre zurück nach Tauranga. Da Tauranga wirklich ein gutes Stück von Paihia entfernt ist (insgesamt rund acht Stunden Busfahrt), hab ich wirklich gezögert zurückzufahren, aber dann dachte ich mir, Silja, es ist Weihnachten. Also hab ich erneut meinen Rucksack gepackt (wie ich es hasse!!!) und bin am Dienstag zurück nach Tauranga. Ich hatte nur Pia davon erzählt und alle anderen haben leicht blöd geguckt, als ich plötzlich in der Tür stand. Sehr witzig.
Ja, ich war also zurück. Kommen wir zu den Festtagen. Für diejenigen unter euch, die es vielleicht nicht wissen, die Neuseeländer feiern Weihnachten am 25ten (Christmasday). Also haben wir uns überlegt, an diesem Tage lecker zu kochen. Ein richtiges Drei-Gänge-Menü. Wenn schon, denn schon. Dafür musste natürlich eingekauft werden. Soweit so gut, aber findet mal in einem neuseeländischen Supermarkt Rotkohl oder Meerrettich. Gibts natürlich nicht. Aber Gott sei Dank hat hier in Tauranga vor ca drei Wochen der "Gouda-Shop" aufgemacht. Dort gibt es ganz viel europäischen Kram und jaaaa auch Rotkohl (einige von euch wissen, wie sehr mich das gefreut hat), mein Weihnachten war gerettet!!
Letztendlich hatten wir also alle Einkäufe zusammen.
Dann kam Christmas Eve (Heiligabend). Silja wacht morgens auf, zumindest dachte ich, es wäre morgens, aber nein es war mitten in der Nacht. Warum wache ich mitten in der Nacht auf?! Weil ich solche Zahnschmerzen habe, dass ich denke, ich muss bald sterben. Ich hab ja an Heiligabend auch nichts Besseres zu tun, als mich auf die Suche nach einem Zahnarzt zu machen.... Nein, das Problem war eigentlich nicht, einen Zahnarzt zu finden, sondern vielmehr einen Zahnarzt zu finden, der nicht geschlossen hat. Einen hab ich dann tatsächlich aufgetrieben, der hatte aber auch nur für bestimmte Patienten auf. Irgendwie muss ich wohl wirklich nicht gut ausgesehen haben, denn letztendlich durfte ich doch noch zum Arzt rein. Ende vom Lied war, dass ich mal eben 60 Dollar losgeworden bin und über Weihnachten Antibiotikum zu mir nehmen durfte. Yeehaaa!!!
Aber gut, die Schmerzen waren nach den ersten beiden Tabletten fast weg und das war für mich in diesem Falle die Hauptsache.
Abends ging es dann in den Pub. Ich glaube, ich erwähnte schonmal, wie begeistert ich von den Pubs hier bin?! Und auch an diesem Abend gab es natürlich wieder Live-Musik. So wurden es ein paar nette Stunden (um zwölf war allerdings Ende im Gelände) mit der ein oder anderen Tanzeinlage meinerseits. Dazu durften wir noch einen wahnsinnigen Sonnenuntergang betrachten:
Am Christmas Day waren wir Mädels alle schon recht früh wach und so haben wir den Vormittag mit unseren Bettdecken, Schokolade und zwei Weihnachtsfilmen vor dem Fernseher verbracht. Herrlich!!! Das Wetter war nun auch nicht so superklasse, sodass wir kein schlechtes Gewissen haben mussten, nicht zum Strand gefahren zu sein.
Und nachmittags ging es dann auch schon los mit der Kocherei. Und ich sag euch, das war ein Spaß. Vier Mädels, die eigentlich alle nicht so richtig einen Plan vom Kochen haben, in der Küche am experimentieren. Die Männer stehen daneben und gucken beeindruckt (sie wussten natürlich nicht, dass wir experimentieren :P). Das ein oder andere Bierchen dazu. Ein Zaubertraum!!!

 Und so sah das Ergebnis dann aus.
Die Vorspeise(n): Blätterteigtaschen (wahlweise mit Lachs oder Schinken/Käse), Bruschetta (klassisch Tomate-Zwiebel), Salat, Ziegenkäse mit Honig in Filouteig (eigentlich wie Blätterteig), Baguette mit Knoblauchbutter und/oder Dip, Lachsschnitten
Der Hauptgang: Rinderfilet, Bohnen im Speckmantel, Kroketten, ROTKOHL :-), Möhren und einen Schinken (Kiwi-Tradition)

Das Dessert: Obstsalat und einen Jelly-Kuchen (Wackelpudding mit Beeren und Sahnecreme)
Ach ja, einen Weihnachtsbaum hatten wir auch:
Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass wir vorm Dessert erstmal eine Stunde spazierengehen mussten, weil einfach nichts mehr reinpasste. Danach ging es dann wieder :D
Alles in allem hatte ich ein sehr schönes Weihnachten, wenn auch completely different. Ich hoffe ihr konntet die Tage (trotz Schnee) auch genießen und seid nun bereit für das neue Jahr. An dieser Stelle also allen einen Guten Rutsch ins Jahr 2011!!!

Freitag, 17. Dezember 2010

Spaß im hohen Norden!

Und wieder ging die Reise weiter. Diesmal wieder in den Norden, genauer gesagt nach Paihia. Paihia ist ein kleines Städtchen, direkt an der Bay of Island. Meine ersten Beschreibungen (direkt am Meer, überall Strand, traumhafte Aussichten, Delphine) glichen einer "Reisekatalogbeschreibung" (Zitat) und ich habe allen geraten, falls sie mal nach Neuseeland kämen, müssten sie hier unbedingt vorbeischauen. Mittlerweile wurde ich eines Besseren belehrt. Wenn die Sonne scheint, ist es wirklich ein Traum hier. Keine Frage. Aber nun regnet es seit gut drei Tagen und ich muss sagen – man langweilt sich zu Tode. Die handvoll Geschäfte im 'Stadtzentrum' hat man in einer Stunde durch und mehr gibt es hier dann auch nicht. Aber gut, alles andere wäre vielleicht auch zu perfekt gewesen.
Zurück zum Regen. Am ersten Tag waren alle noch mehr oder weniger froh, da der Regen die Luft mal wieder ein wenig erträglicher gemacht hat (es war sehr sehr warm und schwül). Gestern Morgen bin ich dann früh aufgestanden, da ich einen Tagestrip gebucht hatte. Da regnete es immer noch und ihr könnt euch vorstellen, meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Unser Busfahrer freute sich allerdings einen Keks, dass es endlich mal wieder ordentlich regnete, da die Pflanzen das unbedingt bräuchten, bla bla. Ist ja auch schön und gut, aber muss der langersehnte Regen denn ausgerechnet an dem Tag kommen, an dem ich mir mal was angucken will?! Ich war wirklich nicht in bester Stimmung (lag vielleicht auch an dem frühen aufstehen). Aber gut, der Trip war bezahlt und so ging es also los.
Erste Station war der Puketi Kauri Forest. Hier konnten wir einige Kauri-Bäume besichtigen. Das sind die höchsten Bäume Neuseelands, die nebenbei auch noch richtig alt werden (400 oder 4000 Jahre, ich mein 4000 oder ist das utopisch?!). Fand ich jetzt nicht so spannend, um ehrlich zu sein. War ein bisschen Regenwald-Feeling. Ein Bild gibts natürlich trotzdem:
Apropos Bild. Da gibts auch gleich noch eine Geschichte, die wohl irgendwie typisch für mich ist. Erster Schock – wir steigen aus dem Bus aus, um uns die besagten Bäume anzugucken, Silja findet ihre Kamera nicht. Panik. Aber ich war mir eigentlich echt sicher, dass ich sie eingepackt hatte. Hab sie dann doch noch gefunden (nachdem ich meinem Sitznachbar schon mein Leid geklagt hatte, er mich daraufhin ein wenig ausgelacht hat, als ich sie dann letztendlich doch noch gefunden habe). Dann im Wald. Zweiter Schock – Akku fast leer. Ja, ich hatte natürlich nicht daran gedacht, dass man ab und an schon doch mal den Akku aufladen sollte. Aber es ist gut gegangen, der Akku hat den ganzen Tag tapfer durchgehalten.

Nach der Besichtigung des unglaublich spektakulären Waldes (nicht!) ging es dann mit highspeed weiter zum 90-Mile-Beach. Bevor ich allerdings zu diesem Teil des Tages komme, möchte ich kurz noch einige Kuriosigkeiten (gibts das Wort?), die mir während der Busfahrt begegnet sind, berichten. Das erste war eine Wand aus Flip Flops. In einem Ort, dessen Namen ich mir nun weiß Gott nicht auch noch merken konnte, neben der Tankstelle war einfach eine Wand komplett voll mit Flip Flops. Ziemlich witzig.
Dann das Nächste. In einem weiteren Ort war ein Zaun, an dem alte Fahrräder hingen. Einfach so. Kein Plan, ob das vielleicht moderne Kunst ist. Aber es war auf jeden Fall ein Hingucker. Leider gibts keine Fotos, da ich diese Dinge, wie bereits erwähnt, während der Busfahrt entdeckt habe und so schnell hatte ich dann keine Kamera parat. Mal ganz ehrlich, wer rechnet auch mit Wänden aus Flip Flops und Zäunen mit Fahrrädern?!

Zurück zum Wesentlichen. Nächster Punkt auf der Liste, war dann der 90-Mile-Beach. Der Strand ist eigentlich 96 km lang (die Bezeichnung 90-Mile-Beach beruht vermutlich auf einem Übertragungsfehler in grauer Vorzeit) und befindet sich zwischen Cape Reinga und Ahipara (jaha, ich hab Ahnung). Was soll ich dazu sagen. Es ist ziemlich genial, bestimmt eine Stunde am Strand langzufahren (man sollte es vermeiden, das mit dem eigenen Auto auszuprobieren) ohne, dass dieser ein Ende zu nehmen scheint. Man trifft dort auch selten eine Menschenseele, da der Strand durch Dünen zum Inland hin begrenzt ist und man dort nicht so einfach hinkommt. Egal in welche Richtung man guckt, man sieht nur Strand. Wahnsinn! Leider hat das Wetter ja nicht so ganz mitgespielt, heißt die Sicht war ein wenig durch Dunst etc. Beschränkt. Trotzdem unbedingt sehenswert, weil kaum vorstellbar.


Ja und der nächste Stopp war dann auch schon mein persönliches Highlight des Tages, der Woche und überhaupt. Wir näherten uns den gewaltigen Sanddünen. Und dort angekommen, ging es dann ans sandboarden. Yeeehaaa!!! Das war wirklich ein Spaß fürs Leben! Die Düne hoch ist zwar wirklich ein wenig anstrengen (ich bin hier einfach nichts mehr gewohnt :D), aber für die Abfahrt würde ich noch viel mehr machen. Ja, was soll ich noch mehr beschreiben, macht euch selber ein Bild.

Und wieder eine kleine Anekdote am Rande. Wir hatten auch ein paar Chinesen (nein, es heißt nicht Asiaten, denn ich weiß sicher, dass es weder Japaner noch Koreaner, sondern Chinesen waren) an Bord. Die Guten taten sich ein wenig schwer mit der englischen Sprache. Und so kam es dann zu folgender Situation. Uns wurde nahegelegt, dass wir uns doch bitte nur auf den schon getretenen Wegen die Düne hochbewegen sollten, da das ja Natur ist und die muss man ja nicht unnötig belasten etc. Soweit so gut, was macht der Chinese?! Richtig, als alle, die sandboarden wollten, mit ihrem Surfbrett oben auf der Düne standen, denkt sich der Chinese unten, ach die Düne kletter ich auch mal hoch, aber ich mach mir meinen eigenen Trampelpfad... Herrlich, und als er dann aus unserem wilden Rumgezappel, das wir daraufhin veranstaltet haben, um ihm klarzumachen, dass er schleunigst umkehren soll, endlich schlaugeworden ist, geht er natürlich auch nicht seinen Weg wieder zurück, sondern sucht sich seinen Weg quer über die Abfahrtsbahn! Ohne Wort, aber wir hatten unseren Spaß.
Nach diversen Abfahrten ging es dann weiter. Nächstes Ziel war Cape Reinga, der nördlichste Punkt Neuseelands, von dem man die Tasman-Sea und den Pacific Ocean ineindanderfließen sehen kann. Ja. Dazu kann ich nur eins sagen, bestimmt cool zusehen, leider war alles, was wir sehen konnten Nebel. Naja, hat auch was... Ach ja, der Leuchtturm war auch ganz nett.


Damit ihr eine Vorstellung habt, so sieht es bei klarem Wetter aus (ja, ich hab ein gemaltes Bild im Museum fotografiert).
Nach diesem unglaublichen Ausblick ging es dann langsam wieder zurück nach Paihia. Unser Busfahrer wollte uns noch etwas Gutes tun und einen Zwischenstopp an einem schönen Strand machen, da wir alle sehr sandig waren. Leider führt zu diesem Strand nur eine äußerst schmale Straße, die noch weniger befestigt war, als die übrigen Straßen Neuseelands (man glaubt kaum, dass das möglich ist). Als wir ungefähr die Hälfte hinter uns gebracht hatten, stoppte der Bus. Alle natürlich leiht verwirrt. Dann der Kommentar des Busfahres "Hier ist die letzte Möglichkeit, bei der ich EVENTUELL umdrehen KÖNNTE und die Straße wird immer schlimmer (durch den Regen), also mach ich das mal lieber. Daraufhin wurde ein Wendemanöver gestartet, wie ich es noch nicht erlebt habe und auch nicht wieder erleben möchte. Ich hab den Abgrund bzw. das, was ich durch den Nebel davon sehen konnte schon näher kommen sehen, aber der kompetente Busfahrer hat es dann letztendlich doch geschafft. Meine Güte, ich sag euch, ich glaub ich hab seit unserer Busfahrt in Italien den Vesuv hoch (einige von euch werden sich vielleicht erinnern) nicht mehr so gelitten. Aber ich lebe.

Wir sind dann auch am 90-Mile-Beach zurückgefahren, damit wir doch nochma ins Meer hüpfen konnten, um zumindest den gröbsten Sand abzuspülen. Zu diesem Zeitpunkt war das Wetter dann auch schon ein wenig besser, also nochmal Bilder:


Dann gab es noch einen kurzen Zwischenstopp in einer Art Museum. Dort kann man Möbel und dergleichen auch Kauri-Holz kaufen. Allerdings nur wenn man das nötige Kleingeld hat....

Ja und damit endete der Tagestrip dann. Alles in allem war alles dabei. Die Schönheit Neuseelands, Aufregung und vor allem RIESENSPAß!!!

Sonntag, 5. Dezember 2010

Tauranga

Ich hab zwar noch keine weiteren anonymen Hinweise bekommen, bin mir aber sicher, dass die demnächst auftauchen würden, denn ich habe meinen Blog mal wieder vernachlässigt. Der Grund ist keine böse Absicht, sondern einzig und allein, dass es nichts sonderlich Spannendes zu berichten gibt.
Vor genau zwei Wochen musst ich schweren Herzens Abschied von Victoria und Jannik nehmen. Die beiden haben ihre Reise Richtung Südinsel begonnen, mittlerweile kann ich berichten, dass sie diese erfolgreich bestritten haben und glücklich Jack Johnson live in Christchurch gesehen haben (ja, ich bin neidisch). Aber zurück zu mir. Für mich hieß das Reiseziel Tauranga. Und da bin ich auch noch immer. Dafür gibt es natürlich auch wieder einen Grund. Eigentlich sogar zwei. Erstens hab ich noch keinen neuen Job gefunden und zweitens (dieser Grund gewinnt das Rennen mit großem Vorsprung) gefällt es mir hier einfach zu gut. Warum Tauranga? Ganz einfach. Pia und Celine 'wohnen' hier schon einige Zeit und ich wollte den beiden einfach mal wieder einen Besuch abstatten.
Wir wohnen in einem netten, kleinen Hostel. Es ist wirklich nicht groß und dementsprechend wenig Leute wohnen hier auch. Jeder kennt jeden (da hier viele für längere Zeit wohnen). Es macht einfach Spaß hier.
Großartige Unternehmungen haben wir allerdings noch nicht bestritten. Letzte Woche haben wir den Mount Maunganui 'bestiegen'. Es ist nicht wirklich ein Berg, aber es ging schon ganz schön steil hoch und wir waren ein wenig fertig als wir oben ankamen. Man ist ja aber auch einfach nichts mehr gewohnt...
Die Aussicht war es aber hundertmal wert. Das Wetter hat sich auch von seiner besten Seite gezeigt. It was amazing! Schwierig, mit Worten zu beschreiben. Macht euch selbst einen Eindruck:

Den Strand am Mount haben wir auch schon das ein oder andere Mal getestet inklusive baden natürlich. Hier braucht es nur ein zwei Sonnentage und das Wasser ist super angenehm. Leider mögen auch diverse Quallen das Wasser hier, an manchen Tagen gleicht das Baden also eher einem Spießrutenlauf. Alles in allem ist der Strand aber einfach ein Traum. Sönke kann also kommen, hier kann unser Haus gebaut werden :-)

Was gibt es noch zu berichten. Ah vielleicht, dass das Nachtleben hier auch ziemlich cool ist. Direkt am Wasser ist ein Pub neben dem anderen. Und in den Pubs hier wird einfach immer Livemusik gespielt. Ziemlich cool, das sollte man in Deutschland auch viel mehr machen. Naja und nach dem Pub gibts dann auch noch den ein oder anderen dance-club, den man aufsuchen kann. Mir gefallen die Pubs aber eindeutig besser und tanzen kann man da auch (dank der guten Livemusik).




Ihr seht also, ich lebe nicht schlecht hier. Strand, Bier, Livemusik – was will man schon mehr?! :P

Mittwoch, 17. November 2010

Eine Kajak-Fahrt mal anders

Unser letzter Tag, Sonntag, wollte und wollte einfach nicht vorbeigehen. Jede einzelne Minute hat sich wahnsinnig in die Länge gezogen. Die Sachen waren längst gepackt, aber je mehr wir dem Abend entgegenfieberten, desto langsamer verging der Tag natürlich. Um 7 pm war es dann aber doch endlich Zeit aufzubrechen. Andrew hat uns dann zur busstation nach Hamilton gefahren und von dort sollte uns jemand vom Hostel, welches wir schon im Voraus gebucht hatten, abholen. Hier ein Bild von unserer Freude, dass der Tag endlich rum war (ja, wir sitzen in der Bushaltestelle und singen "Über den  Wolken" (wegen Freiheit usw.))

Angekommen in unserem Hostel waren wir dann auch noch sehr positiv überrascht. Wir wurden super freundlich empfangen und das Hostel war einfach nur schön. Ziemlich klein, aber total hübsch gemacht und vor allem sehr sauber und ordentlich. Am Liebsten wären wir noch länger als nur für diese eine Nacht geblieben, aber der Bus nach Pauanui am Montag war ja leider schon gebucht.
Am Montagmorgen wurden wir dann wieder zum Bus gefahren. Dann ging es noch ab in den Supermarkt, um ein bisschen Verpflegung für die Woche und Bier für alle zu holen. Nach diesem Einkauf hatten dann allerdings so viel zu tragen, dass es schon wirklich nicht mehr schön war. Vor allem, da man in den  Bussen eigentlich ein großes Gepäckstück und einen kleinen Rucksack mitnehmen darf. Aber unsere Busfahrer (wir mussten zweimal umsteigen) waren alle sehr freundlich und haben uns trotzdem mitgenommen.
Nachmittags waren wir dann nach insgemsamt fünf Stunden Busfahrt endlich in Tairua angekommen. Die ganz Schlauen unter euch werden bereits gemerkt haben, dass das nicht der Ort ist, in den wir eigentlich wollten. Habt ihr gut erkannt, aber nach Pauanui direkt fahren die Busse nicht, deswegen war Tairua unser Zielort. Nun standen wir allerdings vor dem nächsten Problem. Die Fähre, von Tairua nach Pauanui fährt leider nur am Wochenende. Und da wir ja Montag hatten, fuhr also auch keine Fähre. Daraufhin hat Jannik sich überlegt, hol ich doch die beiden Mädels einfach mit dem Kajak ab. Prinzipiell keine dumme Idee, nur hatte wohl niemand unser Gepäck bedacht. Damit ihr wisst, wovon ich spreche - unser Gepäck:

So und nun musste eine Lösung gefunden werden, wie eben dieses Gepäck und drei Personen in zwei Ein-Mann-Kajaks auf die andere Seite gebracht werden sollten.

Die Lösung sah folgendermaßen aus:


Und Jannik ist geschwommen.
Ich hab uns schon kentern gesehen, wohlbemerkt mit ALLEM, was ich derzeit besitze!!! Aber wider aller Erwartungen sind wir am anderen Ufer angekommen. Ich selber war zwar total durchnässt, aber all meine Sachen haben es heil überstanden und bei Victoria ist auch alles gutgegangen. Oh man, diese Aktion war wirklich filmreif.

Soviel zu unserer Anreise.

Die kommende Woche dürfen wir nun mit in dem Haus wohnen, in dem Jannik und seine Arbeitskollegen wohnen. Im Moment sind wir hier zu siebt. Das Haus ist gedacht für höchstens vier :D Jannik, seine Arbeitskollegen Michael, Pauline und Clara, dann Victoria und ich und Mike, der beste Freund von Michael, der hier seit fünf Wochen Urlaub macht. Außer Pauline (french) sind alle Deutsche. Ja, macht schon Spaß!
Pauanui ist ein sehr kleines Örtchen, hauptsächlich stehen hier die Ferienhäuser der Leute, die sonst in der Stadt wohnen. Und was teilweise für Häuser sind. Mit eigener Garage fürs eigene Flugzeug und das eigene Boot. Aber es ist auch wirklich schön hier, direkt am Strand, also man kann es hier schon aushalten.
Gestern haben Victoria und ich dann auch gleich mal den Strand ein wenig genauer unter die Lupe genommen.

Und heute gehts wieder Kajak fahren, allerdings ohne großen Rucksack...

Freitag, 12. November 2010

Rückblick und Zukunft

Kaum sind zwei Wochen vergangen, berichte auch ich mal wieder aus der Ferne. Es tut mir Leid, dass es so lange gedauert hat, aber hier war ziemlich viel los in den letzten Tagen. Aber ich fang mal besser vorne an.

Meine zweite Woche hier in der Familie war, genau wie die erste, sehr schön. Zwar zeitweise wirklich anstrengend, da wir Liz und Andrew immer weniger zu Gesicht bekommen haben, je näher die Finale rückten. Doch da Victoria und ich uns nach wie vor sehr gut verstehen, hatten wir auch sehr viel Spaß bei allem und jeder konnte sich auch mal seine Auszeit nehmen.
Am Freitag sollte dann Victorias Freund Jannik kommen, auch ein Deutscher, den sie hier in Neuseeland kennengelernt hat und der nebenbei auch noch der bester Freund von Denise ist! Japp und wieder sieht man, dass die Welt doch eigentlich auch nicht viel größer ist als Tetenhusen. Lange Rede, gar kein Sinn, da Victoria keinen Führerschein besitzt, wurde mir die Aufgabe zugeteilt, Jannik vom Bus aus Cambridge abzuholen. Schade nur, dass ich den Weg erst einmal vorher gefahren war, nämlich als Liz mich bei meiner Ankunft abgeholt hat und da war es zudem auch noch dunkel. Ihr könnt es euch wahrscheinlich schon denken, richtig, ich hab mich natürlich heillos verfahren. Es dann aber irgendwie doch noch pünktlich zur Bushaltestelle geschafft, um dann auf dem Rückweg feststellen zu dürfen, dass der Weg einfacher nicht hätte sein können.
Auch mit Jannik habe ich mich gut verstanden und so haben wir ein relativ entspanntes Wochenende verbracht, das die beiden größeren Jungs auch noch von Freitag bis Sonntag bei ihren Großelternin Hamilton waren.
Freitag und Samstag war hier groß Feuerwerk angesagt, warum hab ich bislang noch nicht so genau herausbekommen, vielleicht ein Feiertag hier in der Gegend oder so.
Wie gesagt, ein alles in allem sehr spaßiges Wochenende, bis dann am Sonntagabend die Bombe platzen sollte.
Folgende Situation: Victoria und Jannik sind nachmittags zum See gefahren, um sich das Finale der Männer-Achter anzugucken. Liz kam schon relativ früh zurück, sodass Victoria und Jannik noch nicht wieder da waren. Da ich aber gesagt hatte, dass die beiden mich gefragt hatten, ob es in Ordnung wäre, wenn sie mich alleine ließen und ich da kein Problem mit hatte, war das für Liz dann auch in Ordnung. Dachte ich zumindest. Dann kamen Victoria und Jannik wieder, wir hatten oben alles fertig, Abwasch gemacht usw. Und sind dann runter gegangen. Plötzlich kommt Liz runter und macht suuuper den Aufstand. Sie hat uns so richtig runtergemacht, wobei ich gar nicht so auf die Details eingehen will, weil ich mich dann wahrscheinlich nur wieder aufregen würde. Im Großen und Ganzen ging es aber darum, dass sie wohl mit unserer Arbeit der letzten zwei Wochen nicht zufrieden war. Das hätte man ja in den zwei Wochen auch nicht schonmal sagen können, wenn einem etwas nicht gefällt. So waren Victoria und ich dann natürlich auch dementsprechend drauf am Sonntag und haben dann beschlossen, hier so früh wie möglich abzuhauen. Wenn ihr nun denkt, dass wir uns am Montag wieder einigermaßen beruhigt hatten, habt ihr leider falsch gedacht. Eher das Gegenteil war der Fall, da Liz meinte so tun zu müssen, als wäre nichts gewesen, was uns beide noch viel mehr aufgeregt hat. Nach einem Gespräch mit Barbara (die Nachbarin), die uns versichert hat, dass wir uns nichts vorzuwerfen hätten, da sie gesehen hat, wie wir die zwei Wochen mit den Kindern verbracht haben, dass die Kiddies glücklich waren oder sind und auch das Haus immer sauber und ordentlich war, hatten wir uns dann wieder einigermaßen im Griff. Nichtsdestotrotz fahren wir am Sonntag und die letzte Woche hier war auch mehr Krampf.
Ich finde es sehr, sehr schade, dass das so enden musste, da ich hier wirklich eine sehr schöne Zeit hatte!

Was meine weiteren Pläne angeht, sieht es folgendermaßen aus. Ursprünglich hatte ich gehofft, Janniks Job übernehmen zu können, da er und Victoria am 21ten Richtung Südinsel aufbrechen. Daraus ist leider nichts geworden. Trotzdem fahre ich am Montag zusammen mit Victoria nach Pauanui (da arbeitet Jannik), wo wir dann die Woche bleiben werden, in der Jannik noch arbeiten muss. Dann werde ich mich vor Ort einfach mal nach einem Job umgucken, falls ich da nichts finden sollte, fahr ich nach der Woche nach Tauranga, wo Pia und Celine derzeit verweilen, um mich da weiter nach einem Job umzugucken.

Sonntag, 31. Oktober 2010

Vom Autofahren, Orangenessen und der Ruder-WM

Nun bin ich schon über eine Woche hier und ich bin sehr froh, euch mitteilen zu können, dass ich noch lebe. Die letzte Woche war anstrengend, die Kiddies halten einen wirklich auf Trab und das Haus hält sich leider auch nicht von alleine in Ordnung. So waren Victoria und ich von morgens bis abends eigentlich immer beschäftigt, aber da die 'Arbeit' im Großen und Ganzen doch meistens viel Spaß macht und so die Zeit quasi nur so dahinrennt, will ich mich absolut nicht beschweren.
Ein absolutes Highlight für mich diese Woche war, dass ich ENDLICH mal wieder Autofahren durfte. Zwar hab ich mir ein wenig Sorgen gemacht, ob ich dass denn hier auch hinbekomme; mit links schalten, auf der linken Seite fahren usw. Aber wie sich herausstellte, ist dasüberhaupt gar kein Problem. Und es macht hier mindestens genauso viel Spaß, wie zu Hause. Allerdings bevorzuge ich mein Auto eindeutig dem, welches mir hier zur Verfügung steht. Damit ihr wisste wovon ich rede, hier ein Blick auf mein derzeitiges Fortbewegungsmittel:

Kommen wir zum nächsten Highlight. Orangen, frisch aus dem eigenen Garten. Es gibt wirklich nichts Besseres, ich glaub ich kann nie wieder Orangen essen in Deutschland :D Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Hab ich euch eigentlich schon meinen neuen Freund vorgestellt?!
Das ist Guss (keine Ahnung, wie man das schreibt). Ebenfalls Mitglied der Familie Reymer und ein herzensguter Hund. Er kann keiner Fliege was zu Leide tun, was vielleicht aber auch damit zusammenhängt, dass es wohl kein Lebewesen gibt, das langsamer ist als er. Aber ich mag ihn trotzdem. Ach ja, nur um es erwähnt zu haben, es gibt hier auch noch eine Katze, Pussy, die mag ich aber eher nicht so.

Wie gesagt, meine Zeit verbringe ich hier entweder mit den Kindern oder aber mit Hausarbeit (oder ich trinke ein Käffchen mit Victoria, kommt auch häufig vor, dürft ihr aber nicht weitersagen...). Mindestens einmal am Tag geht es runter zur Farm, aber die ist nun auch nicht weiter spektakulär. Ein Foto kriegt ihr trotzdem (ja, ich mag meine neue Kamera):


So und dann komme ich zu einem weiteren Highlight dieser Woche. Gestern war die offizielle Eröffnung der Ruder WM am Lake Karapiro. Und wir durften hin. Jipieeh, die ganze Woche hatten wir darauf gehofft. Also hieß es nach dem lunch, ab ins Auto und auf zum See. Los ging die Eröffnung mit einer Art Tanz nach traditioneller Art (ich glaub die Beschreibung trifft es ganz gut, was genau es wirklich war, werde ich wohl nie erfahren). Der Gesang (oder die Laute) klang eher nach einer Kampfansage, aber das Publikum war begeistert.

Mein Lieblingstänzer sollte wohl den spirituellen Part des Ganzen darstellen.

Victorias Aussage hierzu 'Was zur Hölle tut der da?' Trifft es ganz gut, ich bin der Meinung er segnet das Wasser. Auch dieses Rätsel werden wir wohl nie lösen. Zu guter Letzt noch ein sehr amüsantes Foto:
Ja, ihr seht richtig, die guten Männer haben nur Tangas an. Ich glaube, alle Tänzer tragen diese Art Unterwäsche (vielleicht hatten sie früher kein Geld für mehr Stoff?!), allerdings trägt die Mehrheit noch eine Art Bastrock drüber.
Nach dieser doch sehr beeindruckenden Show (auch wenn die mir persönlich ein bisschen zu unheimlich brüllen), ging es dann so weiter:

Wieder die traditionellen Maoris, aber diesmal war wenigstens der Bezug zur Ruder-WM erkennbar.
Victoria und ich hatten dann noch eine Stunde ohne die Jungs. So konnten wir uns das Gelände einmal in Ruhe angucken. Dank unserer VIP-Ausweise, konnten wir auch überall hin :P
Eine große Tribüne, dahinter ein paar Buden und Fanartikel-Zelte und eine kleine Bühne mit Biergarten nebendran. Alles in allem hatten wir uns beide mehr erhofft, aber nett gemacht ist das ganze schon.
Das deutsche Team oder zumindest ein paar Mitglieder haben wir auch gesehen. Die Jungs meinten immer 'Germany sucks' :D:D Aber wir werden ja sehen, wer am Ende die meisten Medaillen eingefahren (oder eingerudert?!) hat...
Falls es jemand nicht erkennen sollte, der Deutschland-Achter :P

Samstag, 23. Oktober 2010

Angekommen bei der Familie Reymer

Halli Hallo meine Lieben,
hier kommt der erste Bericht aus der Familie Reymer, bei der ich mich derzeit befinde. Zunächste berichte ich euch aber von meiner Busfahrt von Auckland nach Cambridge, die sich für mich als die pure Folter herausstellen sollte. Nachdem ich im strömenden Regen mit meinem kompletten Gepäck durch Auckland gelaufen bin, um mir endlich mal eine neue Kamera zu kaufen (Ja, ich hab eine bekommen!!!) und mir daraufhin bei McDonalds eine Spezi gegönnt hatte (da dies ja der einzige Ort hier in Neuseeland zu sein scheint, an dem ich mir Spezi zumindest mixen kann), saß ich pünktlich um 5 pm im Bus und es ging los in Richtung Hamilton. Wir waren noch keine viertel Stunde unterwegs, als mir bewusst werden sollte, dass ich die Spezi lieber nicht hätte trinken sollen, da sich nun meine Blase bemerkbar machte. Ich wusste, dass ich vor Hamilton nicht auf Toilette konnte, ihr könnt euch also vorstellen, wie angenehm diese 2 ½ Stunden Fahrt bis Hamilton für mich waren. Natürlich gerieten wir in die Rushhour aus Auckland raus und natürlich musste der Busfahrer ausgerechnet an diesem Tag ein anderes Auto rammen, sodass wir dann auch noch eine weitere viertel Stunde am Straßenrand standen. Es war ein Traum, wirklich. Aber gut, ich habe es bis Hamilton geschafft und die restlichen zwanzig Minuten bis Cambridge waren dann auch recht angenehm.
In Cambridge hat mich Liz (mum) abgeholt und es ging nach Ohaupo, ein kleines Dorf (ungefähr vergleichbar mit Tetenhusen), in dem die Familie wohnt. An dem Abend konnte ich mir noch nicht wirklich einen ersten Eindruck machen, da es mittlerweile bereits dunkel war.
Freitag war also mein erster Tag hier. Mit der anderen nanny (Victoria), hab ich mich auf Anhieb sehr gut verstanden und die Eltern sind sehr nett und locker. Andrew (dad) scheint Papa sehr zu ähneln, was sein alltägliches Verhalten so angeht :D Von den Eltern werde ich allerdings sowieso nicht sehr viel zu sehen bekommen, da die in den kommenden Wochen morgens früh das Haus verlassen und abends erst sehr spät wiederkommen. Hier ganz in der Nähe ist der Lake Karapiro und dort findet ab nächste Woche die Ruder WM statt. Liz ist die Managerin des gesamten Gebiets um den See und ist dementsprechend busy im Moment; Andrew hilft dort ebenfalls.
Die beiden Großen (Joshua (6) und Curtis (5)) sind unter der Woche in der Schule, kommen also erst gegen 3 pm nach Hause. Der kleine (Nathan (1 ½)) braucht allerdings rund um die Uhr Aufmerksamkeit :-)

Nathan (alleine) und Curtis (ja, ich seh noch aus, wie vor sechs Wochen)

Und dann muss natürlich auch das Haus in Ordnung gehalten werden und das ist nicht klein. Es wird auf jeden Fall anstrengend (heute morgen lagen zwei DIN A4 Seiten mit Aufgaben auf dem Küchentisch), aber da ich die Kiddies echt in Ordnung sind und ich mich mit Victoria sehr gut verstehe, scheint es auch eine lustige, schöne Zeit zu werden.
Ich hab glaub ich schon berichtet, dass die Familie auf einer Farm lebt. Das stimmt auch, allerdings anders, als ich es mir vorgestellt hab. Die Farm gehört Andrew und seinem Bruder Steve. Hauptsächlich betrieben wird die Farm allerdings von Steve und zwei Farmarbeitern. Da ist also die Farm und daneben das Haus von Steve und seiner Frau. Dann führt ein Weg ein wenig weiter zu dem Haus der Farmarbeiter (Barbara und Dave) und dann kommt unser Haus. Und nebenan wohnt dann noch 'Oma'. Es ist ein wenig schwierig zu erklären, aber ihr müsst euch das weitläufiger vorstellen, als es sich vielleicht anhört. Man kann alle Häuser auf einen Blick sehen, aber sie sind nicht dicht an dicht. Hier ein Bild der Farm, wie man sie von unser Terasse aus sieht:


Hier ist also immer Trubel. Steve und seine Frau haben drei Kinder, Barbara und Dave haben auch drei Kinder (wobei die älteste 17 ist) und eben die drei Jungs hier. Victoria hat mir schon eröffnet, dass meistens alle hier spielen....
Zum Schluss möchte ich noch ein Wort zu 'Oma' sagen. Oma hat zehn Kinder, heißt Andrew hat 9 Geschwister, und derzeit bereits 58!!! Enkelkinder. Und das ist wohl noch nicht die endgültige Zahl. Ja, so ist das hier...



Jetzt dürftet ihr wieder ein wenig mehr von meinem Leben hier wissen.

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Weiter gehts!

Ihr werdet es nicht glauben, aber ich bins :-)
Und nicht nur das, ich habe auch noch Neuigkeiten. So viel auf einmal, ich hoffe, ihr könnt damit umgehen.
Wie ich ja bereits erwähnt hatte, wollte ich nicht ewig hierbleiben und so hab ich immer weiter nach Jobs geguckt und mich natürlich auch fleißig beworben. Und es hat tatsächlich geklappt, sodass ich nun morgen wiedereinmal zu einer Familie fahre. Es geht in dieselbe Richtung, wie auch schon beim ersten Mal und erneut auf eine Farm. Ich nehme diese Tatsache jetzt einfach mal nicht als ein Omen, weder in positiver noch negativer Hinsicht.
Die Familie hat drei Kinder (Jungs in dem Alter von 6, 5 und 1) und bereits ein Au Pair (auch deutsch, aber mich wundert das schon nicht mehr). In den nächsten drei bis vier Wochen sind beide Eltern durch die, hier in Neuseeland stattfindende, Ruder-WM, sehr busy und deswegen benötigen sie ein zweites Au Pair. Nun fahre ich also morgen mit dem Bus nach Cambridge, in der Hoffnung, dass die Familie so nett ist, wie die Mutter Liz am Telefon und ich dieses zweite Au Pair werde.
Wenn es klappen sollte, werde ich wohl endlich auch mal wieder in den Genuss des Autofahrens kommen, denn das andere Au Pair (ich hab das Gefühl mein Text besteht nur aus dem Wort 'Au Pair' :D) hat keinen Führerschein und ich darf die Kiddies in der Gegend rumfahren. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich darauf freue!!!!

Die gute Karin hat die Neuigkeit, dass ich sie nun doch ziemlich kurzfristig wieder verlasse (die Zusage kam gestern) Gott sei Dank auch gut aufgenommen. Sie hat zwar bis Anfang November noch kein neues Hausmädchen in Aussicht, aber erstens ist ihr Sohn im Moment da und zweitens ist sowieso nicht wirklich viel los.
Alles in allem, habe ich mich hier doch wohl gefühlt, auch wenn man manchmal nur den Kopf schütteln konnte. Naja, sie will es sich zwar nicht eingestehen (Letzte Woche hat sie mir noch stolz berichtet, dass sie sich für ihr Alter (68) ja noch super gehalten hätte, da sie ja nur eine Tablette pro Tag nehme, ander in ihrem Alter würden ja mindestens fünf nehmen...), aber sie wird eben nicht jünger. Gott sei Dank wurde ich informiert, was ihr Alter angeht, sodass ich ganz gelassen antworten konnte, als sie mich aufforderte, ihr Alter zu schätzen (Danke Tim :P).

Ich hoffe ich habe euch nun wieder auf den neuesten Stand der Dinge gebracht. Ich melde mich wieder, sobald ich kann! Ich drücke euch!

Mittwoch, 13. Oktober 2010

So meine Lieben, nachdem mich ein netter junger Mann, der an dieser Stelle nicht namentlich genannt werden möchte, freundlich darauf hingewiesen hat, dass ich das Bloggen etwas vernachlässige, will ich das natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Auch wenn er nicht ganz Unrecht hat, wie ich ja zugebe.
Nachdem ich in meinem Hostel in Auckland zunehmend die Schnauze voll hatte von dieser dämlichen Jobsuche (ich plane in Deutschland niemals arbeitslos zu werden!), ergab sich am Samstag dann endlich ein Lichtblick.
Aber bevor ich dazu Näheres berichte, möchte ich erst noch vom Rest meines Wochenendes erzählen.
Am Freitag ist Pia in mein Zimmer im Hostel miteingezogen, da sie ihr 'volunteer-program' nun endgültig beendet hatte und am Sonntag mit Celine zusammen weiterreisen wollte. Also hatten wir dann noch Freitagabend und Samstag, um ein bisschen Auckland unsicher zu machen.
Am Samstagabend sollte dann bei Celine im Hostelzimmer (nicht das Hostel in dem Pia und ich gewohnt haben) eine kleine Abschiedsparty steigen. An dieser Stelle muss ich noch erwähnen, dass Pia und ich alleine in einem 6er-Zimmer schliefen, einfach weil die anderen Betten nicht belegt waren. Dementsprechend haben wir uns auch schön breit gemacht und da wir abends keine Lust hatten unsere Rucksäcke zu packen, wollten wir am nächsten Morgen früh aufstehen (da man bis 10.00 Uhr ausgecheckt haben muss), um zu packen (Diese Information mag euch unwichtig vorkommen, ist aber wichtig für den weiteren Verlauf).
Zurück zur Party. Die war echt gut :D Celine hat sehr witzige Mitbewohner in ihrem Zimmer gehabt und so wurde gebührend Abschied gefeiert (Nur mal nebenbei, ich sag euch, ihr könnt euch glücklich schätzen von so gutem Bier umgeben zu sein!)! Aber auch die schönste Party hat mal ein Ende und da wir ja am nächsten Morgen früh rausmussten, sind Pia und ich so gegen eins rüber in unser Hostel. So jetzt ist der Zeitpunkt, an dem ihr euch die unwichtige Information von oben wieder ins Gedächtnis rufen müsst. Wir sind also in unserem Hostel angekommen, schließen die Tür zu unserem Zimmer auf und - richtig, alle vier übrigen Betten sind belegt. Allerdings lag nur die Bettwäsche auf den Betten, weder Menschen noch Gepäck zu sehen. Also haben Pia und ich dann nachts um halb zwei noch unsere Rucksäcke gepackt, weil wir unsere Zimmergenossen, die wir ja noch nicht kannten, weil ja nur ihre Bettwäsche da war, morgens nicht unnötig früh wecken wollten. Meine Güte war ich angepisst....
Am Sonntagmorgen habe ich mich dann schweren Herzens endgültig von Pia und Celine verabschiedet, mit dem Versprechen, dass wir uns Weihnachten, spätestens aber Silvester alle wiedersehen!

Das zu meinem Wochenende. Komme ich zurück zu meinem Job!
Ich hatte mich für einen 'housekeeping'-Job in einem Bed&Breakfast beworben, allerdings war die Besitzerin im Urlaub. Am Samstag war sie dann aber zurück, hat mich gleich angerufen und wir haben vereinbart, dass ich am Sonntag vorbeikomme und wir dann mal weitersehen. Also bin ich am Sonntag mit der Fähre von Auckland nach Devonport (ein etwas spießiger, aber sehr schöner Vorort von Auckland) gefahren und wurde dann am Fähranleger von Karin, der Besitzerin, abgeholt. Karin ist gebürtige Deutsche, aber schon seit 30 Jahren hier in Neuseeland. Die Gute ist auch schon ein wenig älter, Ende 60, und manchmal ein wenig gewöhnungsbedürftig (Gestern hat sie zu mir gesagt, dass ich ja WAHNSINNIG viel schlafen würde (ich bin um acht aufgestanden und abends um zehn ins Bett)...), aber eigentlich sehr nett. Naja und nun bin ich hier als Mädchen für Alles :-)
Bis Samstag ist auch noch Tim hier, der ist auch deutscher Backpacker und für den Garten zuständig. Leider fährt er, wie gesagt, am Samstag. Sehr schade, da es wirklich ganz lustig ist grad. Dafür kommt dann am Samstag Karins Sohn, der derzeit in Kanada lebt. Also langweilig wird mir wohl nicht werden. Trotzdem plane ich, nicht allzu lange hierzubleiben, weil hier wirklich nicht viel los ist und schöne Landschaften werde ich auch noch woanders finden. Aber ich kann jetzt in Ruhe nach einem anderen Job gucken und muss nicht nach jeder Absage deprimierter sein.
Ihr könnt euch das Haus auch im Internet angucken (http://www.karinsvilla.com/), da ich ja immernoch keinen Kamera habe. Vielleicht leihe ich mir aber nochmal Tims aus und mach ein paar Fotos, die Internetseite dürfte nämlich schon so um die 10 Jahre alt sein...

So viel zu meinem Job und wie ich derzeit lebe....:-)






Ich hab aber noch eine andere Anmerkung. Und zwar hat Pia mir erzählt, dass es ein Problem gibt, wenn vodafone-Kunden (also die Mehrheit von euch, mal abgesehen von Franzi :P) mir eine SMS schicken wollen. Geht nämlich nicht, da vodafone keinen Vertrag mit 2degrees (mein Anbieter) hat. Ich weiß nicht, ob meine SMS bei euch ankommen, aber eure wies aussieht nicht bei mir. Anrufen dürfte aber gehen, Papa hat mich ja schon das ein oder andere Mal erreicht. Wenn irgendjemand trotzdem mal mit mir kommunizieren möchte, also persönlich meine ich, ich hab hier wireless Internet und Skype auf meinem Laptop. Müsste man dann nur mal ein 'Date' ausmachen :-)