Und wieder ging die Reise weiter. Diesmal wieder in den Norden, genauer gesagt nach Paihia. Paihia ist ein kleines Städtchen, direkt an der Bay of Island. Meine ersten Beschreibungen (direkt am Meer, überall Strand, traumhafte Aussichten, Delphine) glichen einer "Reisekatalogbeschreibung" (Zitat) und ich habe allen geraten, falls sie mal nach Neuseeland kämen, müssten sie hier unbedingt vorbeischauen. Mittlerweile wurde ich eines Besseren belehrt. Wenn die Sonne scheint, ist es wirklich ein Traum hier. Keine Frage. Aber nun regnet es seit gut drei Tagen und ich muss sagen – man langweilt sich zu Tode. Die handvoll Geschäfte im 'Stadtzentrum' hat man in einer Stunde durch und mehr gibt es hier dann auch nicht. Aber gut, alles andere wäre vielleicht auch zu perfekt gewesen.
Zurück zum Regen. Am ersten Tag waren alle noch mehr oder weniger froh, da der Regen die Luft mal wieder ein wenig erträglicher gemacht hat (es war sehr sehr warm und schwül). Gestern Morgen bin ich dann früh aufgestanden, da ich einen Tagestrip gebucht hatte. Da regnete es immer noch und ihr könnt euch vorstellen, meine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Unser Busfahrer freute sich allerdings einen Keks, dass es endlich mal wieder ordentlich regnete, da die Pflanzen das unbedingt bräuchten, bla bla. Ist ja auch schön und gut, aber muss der langersehnte Regen denn ausgerechnet an dem Tag kommen, an dem ich mir mal was angucken will?! Ich war wirklich nicht in bester Stimmung (lag vielleicht auch an dem frühen aufstehen). Aber gut, der Trip war bezahlt und so ging es also los.
Erste Station war der Puketi Kauri Forest. Hier konnten wir einige Kauri-Bäume besichtigen. Das sind die höchsten Bäume Neuseelands, die nebenbei auch noch richtig alt werden (400 oder 4000 Jahre, ich mein 4000 oder ist das utopisch?!). Fand ich jetzt nicht so spannend, um ehrlich zu sein. War ein bisschen Regenwald-Feeling. Ein Bild gibts natürlich trotzdem:
Apropos Bild. Da gibts auch gleich noch eine Geschichte, die wohl irgendwie typisch für mich ist. Erster Schock – wir steigen aus dem Bus aus, um uns die besagten Bäume anzugucken, Silja findet ihre Kamera nicht. Panik. Aber ich war mir eigentlich echt sicher, dass ich sie eingepackt hatte. Hab sie dann doch noch gefunden (nachdem ich meinem Sitznachbar schon mein Leid geklagt hatte, er mich daraufhin ein wenig ausgelacht hat, als ich sie dann letztendlich doch noch gefunden habe). Dann im Wald. Zweiter Schock – Akku fast leer. Ja, ich hatte natürlich nicht daran gedacht, dass man ab und an schon doch mal den Akku aufladen sollte. Aber es ist gut gegangen, der Akku hat den ganzen Tag tapfer durchgehalten.
Nach der Besichtigung des unglaublich spektakulären Waldes (nicht!) ging es dann mit highspeed weiter zum 90-Mile-Beach. Bevor ich allerdings zu diesem Teil des Tages komme, möchte ich kurz noch einige Kuriosigkeiten (gibts das Wort?), die mir während der Busfahrt begegnet sind, berichten. Das erste war eine Wand aus Flip Flops. In einem Ort, dessen Namen ich mir nun weiß Gott nicht auch noch merken konnte, neben der Tankstelle war einfach eine Wand komplett voll mit Flip Flops. Ziemlich witzig.
Dann das Nächste. In einem weiteren Ort war ein Zaun, an dem alte Fahrräder hingen. Einfach so. Kein Plan, ob das vielleicht moderne Kunst ist. Aber es war auf jeden Fall ein Hingucker. Leider gibts keine Fotos, da ich diese Dinge, wie bereits erwähnt, während der Busfahrt entdeckt habe und so schnell hatte ich dann keine Kamera parat. Mal ganz ehrlich, wer rechnet auch mit Wänden aus Flip Flops und Zäunen mit Fahrrädern?!
Zurück zum Wesentlichen. Nächster Punkt auf der Liste, war dann der 90-Mile-Beach. Der Strand ist eigentlich 96 km lang (die Bezeichnung 90-Mile-Beach beruht vermutlich auf einem Übertragungsfehler in grauer Vorzeit) und befindet sich zwischen Cape Reinga und Ahipara (jaha, ich hab Ahnung). Was soll ich dazu sagen. Es ist ziemlich genial, bestimmt eine Stunde am Strand langzufahren (man sollte es vermeiden, das mit dem eigenen Auto auszuprobieren) ohne, dass dieser ein Ende zu nehmen scheint. Man trifft dort auch selten eine Menschenseele, da der Strand durch Dünen zum Inland hin begrenzt ist und man dort nicht so einfach hinkommt. Egal in welche Richtung man guckt, man sieht nur Strand. Wahnsinn! Leider hat das Wetter ja nicht so ganz mitgespielt, heißt die Sicht war ein wenig durch Dunst etc. Beschränkt. Trotzdem unbedingt sehenswert, weil kaum vorstellbar.
Ja und der nächste Stopp war dann auch schon mein persönliches Highlight des Tages, der Woche und überhaupt. Wir näherten uns den gewaltigen Sanddünen. Und dort angekommen, ging es dann ans sandboarden. Yeeehaaa!!! Das war wirklich ein Spaß fürs Leben! Die Düne hoch ist zwar wirklich ein wenig anstrengen (ich bin hier einfach nichts mehr gewohnt :D), aber für die Abfahrt würde ich noch viel mehr machen. Ja, was soll ich noch mehr beschreiben, macht euch selber ein Bild.
Und wieder eine kleine Anekdote am Rande. Wir hatten auch ein paar Chinesen (nein, es heißt nicht Asiaten, denn ich weiß sicher, dass es weder Japaner noch Koreaner, sondern Chinesen waren) an Bord. Die Guten taten sich ein wenig schwer mit der englischen Sprache. Und so kam es dann zu folgender Situation. Uns wurde nahegelegt, dass wir uns doch bitte nur auf den schon getretenen Wegen die Düne hochbewegen sollten, da das ja Natur ist und die muss man ja nicht unnötig belasten etc. Soweit so gut, was macht der Chinese?! Richtig, als alle, die sandboarden wollten, mit ihrem Surfbrett oben auf der Düne standen, denkt sich der Chinese unten, ach die Düne kletter ich auch mal hoch, aber ich mach mir meinen eigenen Trampelpfad... Herrlich, und als er dann aus unserem wilden Rumgezappel, das wir daraufhin veranstaltet haben, um ihm klarzumachen, dass er schleunigst umkehren soll, endlich schlaugeworden ist, geht er natürlich auch nicht seinen Weg wieder zurück, sondern sucht sich seinen Weg quer über die Abfahrtsbahn! Ohne Wort, aber wir hatten unseren Spaß.
Nach diversen Abfahrten ging es dann weiter. Nächstes Ziel war Cape Reinga, der nördlichste Punkt Neuseelands, von dem man die Tasman-Sea und den Pacific Ocean ineindanderfließen sehen kann. Ja. Dazu kann ich nur eins sagen, bestimmt cool zusehen, leider war alles, was wir sehen konnten Nebel. Naja, hat auch was... Ach ja, der Leuchtturm war auch ganz nett.
Damit ihr eine Vorstellung habt, so sieht es bei klarem Wetter aus (ja, ich hab ein gemaltes Bild im Museum fotografiert).
Nach diesem unglaublichen Ausblick ging es dann langsam wieder zurück nach Paihia. Unser Busfahrer wollte uns noch etwas Gutes tun und einen Zwischenstopp an einem schönen Strand machen, da wir alle sehr sandig waren. Leider führt zu diesem Strand nur eine äußerst schmale Straße, die noch weniger befestigt war, als die übrigen Straßen Neuseelands (man glaubt kaum, dass das möglich ist). Als wir ungefähr die Hälfte hinter uns gebracht hatten, stoppte der Bus. Alle natürlich leiht verwirrt. Dann der Kommentar des Busfahres "Hier ist die letzte Möglichkeit, bei der ich EVENTUELL umdrehen KÖNNTE und die Straße wird immer schlimmer (durch den Regen), also mach ich das mal lieber. Daraufhin wurde ein Wendemanöver gestartet, wie ich es noch nicht erlebt habe und auch nicht wieder erleben möchte. Ich hab den Abgrund bzw. das, was ich durch den Nebel davon sehen konnte schon näher kommen sehen, aber der kompetente Busfahrer hat es dann letztendlich doch geschafft. Meine Güte, ich sag euch, ich glaub ich hab seit unserer Busfahrt in Italien den Vesuv hoch (einige von euch werden sich vielleicht erinnern) nicht mehr so gelitten. Aber ich lebe.
Wir sind dann auch am 90-Mile-Beach zurückgefahren, damit wir doch nochma ins Meer hüpfen konnten, um zumindest den gröbsten Sand abzuspülen. Zu diesem Zeitpunkt war das Wetter dann auch schon ein wenig besser, also nochmal Bilder:
Dann gab es noch einen kurzen Zwischenstopp in einer Art Museum. Dort kann man Möbel und dergleichen auch Kauri-Holz kaufen. Allerdings nur wenn man das nötige Kleingeld hat....
Ja und damit endete der Tagestrip dann. Alles in allem war alles dabei. Die Schönheit Neuseelands, Aufregung und vor allem RIESENSPAß!!!
















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