Die kleene ganz groß!
Kia Ora!
Dies ist mein Blog, in dem ich versuche regelmäßig von meinen Erlebnissen in Neuseeland zu berichten. Ich hoffe es gefällt euch, Kommentare sind immer herzlich willkommen!
Freitag, 20. Mai 2011
Heimat
So meine Lieben. Nach dem ich die letzten Wochen in einem kompletten Bericht zusammengefasst hatte und mit Bildern ausgestattet, dann aber mein Internet abgekratzt ist und ich es natürlich NICHT vorher gespeichert hatte, muss ich euch nun leider folgendes mitteilen. Ich werde den ganzen Kram nicht nochmal schreiben. Nur so viel. Mein Rückflug geht am 29. Mai. Je nach Zugverbindung bin ich dann also am 30ten spätestens am 31ten zurück im geliebten Tetenhusen. Alle fehlenden Infos gibt es dann ausführlich nachgeliefert, versprochen!!!
Mittwoch, 6. April 2011
Windy Wellington
Verdammte Axt. Nun sind doch tatsächlich schon wieder vier Wochen (so ungefähr zumindest) vergangen und ich habe nicht geschrieben. Schande über mein Haupt. Aber ich gebe mir Mühe mich an alles zu erinnern, was in der Zeit passiert ist. Setze ich doch am Besten an, wo ich beim letzten Mal aufgehört habe (ja, manchmal hab auch ich Momente, in denen ich logisch denken kann).
Also. Wenn ich mich Recht erinnere, stammt der letzte Bericht aus Dunedin. Hatte ich auch schon erwähnt, dass ich mir mit Annette zusammen ein Auto gemietet habe?! Egal, doppelt hält besser. Ich habe mir also mit Annette zusammen für eine Woche ein Auto gemietet. So ging es an einem schönen Sonntagmorgen ans andere Ende der Stadt, um das Auto abzuholen und dann ab auf die Straße. Die Route hieß: Catlins – Milford Sound – Queenstown. Landschaftlich wirklich wirklich schön, aber das kann man wohl fast von ganz Neuseeland behaupten. Lange Rede kurzer Sinn, wir waren schneller als geplant (und das obwohl wir einen "Gammel-Tag" in Te Anau hatten, da uns das Hostel dort so gut gefiel) in Queenstown. Nämlich schon am Freitag und nicht erst am Samstag. In Queenstown angekommen, wurde schnell ins Hostel eingecheckt und dann ging es gleich Fergburger essen. Da ich mir, seit feststand, dass ich nach Neuseeland gehe, von Thies anhören muss, ich müsse ja UNBEDINGT nach Queenstown und diesen blöden Burger essen. Was soll ich sagen, meine Erwartungen waren hoch, aber ich wurde nicht enttäuscht. Dieser Burger ist wirklich unglaublich gut.
Ich kann euch nur raten – ab nach Queenstown!!! Und das nicht nur wegen des Burgers, aber auch dazu später mehr. Soviel zu Freitag. Da wir unser Auto erst am Sonntag wieder abgeben mussten und es Samstag nicht ungenutzt stehen lassen wollten, haben Annette und ich uns spontan entschlossen, einen Tagestrip zum Mount Cook (Anmerkung am Rande: höchster Berg Neuseelands) einzuschieben. Das hieß für mich vier Stunden hinfahren und vier Stunden zurück. Aber es hat sich gelohnt. Wir hatten super Wetter und die Aussicht war klasse.
Zurück in Queenstown dann ein weiteres Highlight. Ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Sabine und Julia (schaut nochmal in meine Berichte ganz vom Anfang, dann wisst ihr wieder, wer die beiden sind) hatten gerade die Westküste hinter sich gebracht und in Queenstown sind wir dann mehr oder weniger zufällig wieder aufeinander getroffen. Die Freude war natürlich groß und da beide Parteien (sowohl die Beiden als auch ich) schon längere Zeit nicht mehr feiern waren, wurde Queenstown als Ort und unser Wiedersehen als Anlass für außerordentlich geeignet erklärt, um mal wieder loszuziehen. Vielleicht war das schon der Anfang vom Ende, man weiß es nicht. Geplant waren zwei eventuell drei Nächte in Queenstown. Es wurde eine Woche.... Aaaaber, ich kann das ja alles erklären. Das war nämlich so. Annette ist am Montag in aller Hergottsfrühe weitergereist. Sabine, Julia und ich sind nach Glenorchy zum wandern gefahren (ein weiterer "Herr der Ringe"-Schauplatz). Auf der Rücktour haben die beiden dann beschlossen, noch eine letzte Nacht zu bleiben und am nächsten Morgen abzureisen. Abends hatten wir uns dann noch auf ein gemütliches "Abschiedsbier" getroffen. Tja und das war der eigentliche Anfang vom Ende. Das ganze ist jetzte eine sehr lange Geschichte, eindeutig zu lang, um sie hier aufzuschreiben, nur so viel: Wir trafen einen leicht angeheiterten Kiwi, bouncten (das deutsche Wort 'hüpfen' kommt dem wohl am nächsten) durch Queenstown ins "Cowboys", auf dem Weg kamen von irgendwoher zwei Australier dazu, wir gewannen eine bullriding-competition gegen jene Australier, man wurde sich sympathisch, man verbrachte die nächsten fünf Tage miteinander, man wurde gezwungen wieder Abschied zu nehmen. Ich hoffe ihr konntet mir einigermaßen folgen. Wir verbrachten also letztendlich eine komplette Woche in Queenstown und ich muss sagen – es war eine meiner besten Wochen hier in Neuseeland!!!!
Nachdem wir uns sehr schweren Herzens von unseren beiden Aussies verabschiedet hatten, fiel mir auf "Hey, was machst du eigentlich als nächstes?!". Aber auch die Frage war schnell geklärt. Wir drei Mädels hatten eine Woche lang so viel Spaß, warum nicht weiterhin?! Sabine und Julia hatten mir während der ganzen Woche immer wieder angeboten, ich könnte gerne ein bisschen mit ihnen weiterreisen. Also dachte ich mir, warum eigentlich nicht. Und so ging es für mich die gleiche Strecke zurück, die ich gekommen war, was allerdings nicht störte, da ich zu dem Zeitpunkt sowieso die komplette Südinsel schon gesehen hatte. Ja und so sind wir die nächsten zwei Wochen die Ostküste hochgefahren. So hatte ich dann auch die Chance, einige kleine Orte zu sehen, die ich beim ersten Mal nicht oder nicht so ausführlich sehen konnte.
Und am letzten Samstag ging es dann zurück auf die Nordinsel. An dieser Stelle ein kurzes Fazit nach guten zwei Monaten auf der Südinsel: Wunderschön. Wahnsinn. Traumhaft. Keine Ahnung, mir fehlen die richtigen Worte.... (super Fazit, ich weiß)
Nur leider kann auch für mich nicht ewig Sommer sein. Hier kommt nun der Herbst und so ab Queenstown wurde es wirklich kalt. Also ab in den Norden. Also ging es, wie gesagt, am Samstag mit der Fähre nach Wellington. Dort angekommen, machte die Stadt ihrem Ruf gleich aller Ehre. Ich kann euch sagen, es ist hier windig, sowas hab ich selten erlebt. Und was sollen da erst Julia und Sabine sagen, die mitten aus Deutschland kommen und nicht wirklich an Wind gewöhnt sind. Naja, aber schön ist die Stadt auch. Das ist sie wirklich. Am Sonntag war dann ein wenig Kultur angesagt. Es ging ins 'Te Papa'. Das Nationalmuseum Neuseelands. Eines der schönsten Museen überhaupt, von denen, die ich bisland gesehen habe. Danach ging es dann noch in den Botanischen Garten, der ebenfalls sehr schön ist. Gestern (Montag) gab es morgens eine Führung durchs Parlament. Den Rest des Tages haben Sabine und ich dann damit verbracht, durch die Stadt zu laufen und unsere Lebensläufe zu verteilen. Uns gefällt es hier nämlich so gut, dass wir hier gerne arbeiten und ein wenig länger bleiben würden. Julia reist schon im Mai ab, deswegen würde sie sich dann alleine den Rest der Nordinsel angucken, falls wir einen Job finden sollten. Aber zurück zum gestrigen Tag. Abends gab es noch ein weiteres Highlight. Wir haben Pia und Celine wiedergetroffen (Stichwort Tauranga, falls jemand nicht mehr wissen sollte, wer Pia und Celine sind). Die beiden sind auch gerade von ihrer Südinseltour zurück. So waren wir gestern wieder alle vereint. Ende.
Samstag, 5. März 2011
Von Pinguinen über Schokolade zu Bier
Ich muss das nun einfach mal loswerden: Liest das hier eigentlich IRGENDJEMAND??? Ich hab nämlich irgendwie das Gefühl, dass diese Schreiberei immer mehr oder weniger überflüssig ist, da sich das ja doch keiner durchliest?! Belehrt mich gerne eines Besseren, wenn ich falsch liege...
So, jetzt gehts mir besser :D
Kommen wir zum Wesentlichen. Mein Hostel in Kaikoura war sehr schön und ich habe mal wieder nette Leute getroffen. Unter anderem Annette (ja, auch Deutsche, wen wunderts?!), mit der ich Kaikoura auch zusammen verlassen habe und seitdem unterwegs bin. Ich hab die Tage in Kaikoura wirklich genossen, nach drei Wochen im Zelt oder Auto schlafen war so ein richtiges Bett echt schön. Bin ein bisschen gewandert und habe mir die Seerobben angeguckt.
Das war dann allerdings in zwei Tagen erledigt und mehr gab es in Kaikoura dann auch nicht anzustellen. Also haben wir (wenn ich im Folgenden von mir spreche, meine ich Annette und mich) uns am Montagmorgen mit Sack und Pack an die Straße gestellt und sind, letztendlich mit sechs verschiedenen Autos, nach Oamaru getrampt. Alle sechs waren in irgendeiner Weise vom Erdbeben in Christchurch betroffen. Ob es die ältere Frau war, die für ihre gesamte Nachbarschaft Gasflaschen gekauft hat, weil es keinen Strom und kein Wasser gibt oder das Studentenpärchen, deren komplettes Haus eingestürzt ist. Aber trotzdem waren alle bereit auch noch uns Tramper mitzunehmen und waren auch immer noch zu Späßen aufgelegt – so sind sie einfach die Kiwis...
Angekommen in Oamaru haben wir ersteinmal unser Zimmer im Hostel bezogen. Oamaru ist bekannt als die "Pinguinhaupstadt". Also ging es abends runter zum Wasser, in der Hoffnung ein paar Pinguine zu sichten. Und tatsächlich, man musste sich wirklich anstrengen, da sie sehr klein sind, aber wir haben ein paar entdeckt!
Am nächsten Tag haben wir ein bisschen die Stadt erkundet. Mir hats sehr gut gefallen, eine wirklich schöne Stadt. Es gibt einen historischen Teil, in dem noch alles ist, wie früher. Unter anderem auch eine Bäckerei. Und jetzt kommts, in dieser Bäckerei gab es doch tatsächlich Brot, das unserem Schwarzbrot doch schon wirklich nahe kommt. Da konnten wir natürlich nicht wiederstehen. Hach war das lecker!
Am Mittwoch ging es dann wieder weiter. Auf nach Dunedin war der Plan. Und der Plan ist geglückt :-) Und hier in Dunedin sind wir auch immer noch. In unserem Hostel haben wir zwei Mädels aus der Schweiz kennengelernt, mit denen wir seitdem so viel Spaß haben. Ob abends beim Weintrinken, beim Spielen mit der Carrerabahn oder in der Brauerei. Aber von vorne. Donnerstag waren Annette und ich erstmal in der Schokoladenfabrik. Mhm... Und gestern waren wir dann alle vier zusammen in der Speights Brauerei (ja, man durfte am Ende alle Sorten probieren). Nach der Speights Brauerei hatten wir, aus irgendeinem Grund, alle Bock auf Bier. Also ab zum Supermarkt und Bier kaufen. Und da wir alle so überhaupt keinen Bock hatten, mit dem Bier zurück zum Hostel zu laufen (Anmerkung: Dunedin besteht nur aus Hügeln, hier gibts quasi keine ebenen Straßen; nicht umsonst ist die steilste Straße der Welt in Dunedin) und so wurde kurzerhand ein Taxi genommen. Waren dann auch nur
1,50 Dollar für jeden :D:D
Heute hab ich mir die Shoppingmeile von Dunedin angeguckt. Mein Plan für die Zukunft ist nun im Lotto zu gewinnen, um dann in Dunedin shoppen zu gehen :P
Was gibt es noch zu berichten, ach ja. Es ist saukalt hier. Wir haben sogar schon den Heizstrahler an im Hostel. Brr... Für nächste Woche sind 9-12 Grad Höchsttemperatur vorhergesagt. Hallo?!
Nun gut. Irgendwann muss ja auch für mich mal der Sommer vorbei sein....
Morgen gehts dann weiter. An der Küste entlang, erstes Ziel ist Invercagill. Wir haben uns zusammen ein Auto gemietet für die nächste Woche und hoffen es in der Zeit bis Queenstown zu schaffen. Dort trennen sich dann unsere Wege wieder, da Annette sich danach die Westküste anguckt, die ich ja schon kenne. Ich hab noch keinen weiteren Plan – wen wunderts :-) Eine Woche im voraus planen, war schon wirklich eine Herausforderung für mich :D Melde mich in einer Woche wieder, hoffentlich aus Queenstown (wo ich dann auch endlich den Fergburger essen werde, damit Thies aufhört zu nerven :P).
Samstag, 26. Februar 2011
On the road again
Teil 2 meiner Reise mit Victoria und Jannik. Ich hoffe ich bekomme noch alles einigermaßen zusammen. Also, nachdem Jannik und ich zurück in Greymouth waren, ging es noch am selben Tag weiter nach Westport. Zur Abwechslung mal eine etwas größere Ansammlung von Häusern, wirklich erwähnenswertes gibt es von hier allerdings nicht. Am 15ten ging es dann weiter nach Karamea. In Karamea haben wir abends einen Campingplatz gefunden, der uns einen wirklich traumhaften Abend beschert hat. Wir hatten einen eigenen Grill, mit eigener Picknickbank und von dort einen einmaligen Blick auf den Strand und später gab es dann auch noch einen Sonnenuntergang der Spitzenklasse. Wir haben lecker Hot Dogs gegrillt und uns zur Abwechslung auch mal ein Bierchen gegönnt. Ja, in solchen Momenten wird einem immer wieder bewusst, warum man sich ausgerechnet Neuseeland ausgesucht hat.
Aber das war natürlich noch nicht alles, ich hab noch eine weitere nette Anekdote von diesem Abend. Neben unserem Platz stand ein junges Pärchen mit ihrem Van. Die beiden haben sich dann später noch zu uns gesellt. Nach einiger Zeit haben wir rausgefunden, dass die beiden ebenfalls deutsch waren. Allerdings haben wir den männlichen Teil des Pärchens den ganzen Abend in dem Glauben gelassen, wir seien aus Holland bzw. Finnland. Ach das war so herrlich. Später wollten wir ihn dann auf die richtige Fährte bringen, indem wir Fettes Brot und am Ende sogar deutsche Kinderlieder gespielt und dazu lauthals mitgesungen haben, aber er hat es einfach nicht geschnallt :D Leider sind wir am nächsten Tag ziemlich früh abgereist, haben also nicht mehr rausgefunden, wie seine Reaktion war, irgendwann wird ja auch ihm ein Licht aufgegangen sein...
Jannik ist an diesem Tag in aller Herrgottsfrühe zu seiner Wanderung aufgebrochen und Victoria und ich haben uns mit dem Auto nach Motueka aufgemacht. Dort angekommen war ich dann erstmal fertig mit der Welt. Es waren zwar nur etwa 250 km zu fahren, das ist ja eigentlich machbar, aber es ging immer hoch und runter und scharf um die Kurve und keine Ahnung. Dann sind die Straßen hier ja sowieso schon keine Freude, alle paar Kilometer kamen dann allerdings auch noch Baustellen und neuer Straßenbelag, der erst festgefahren werden muss. Ich glaub ich hab noch nie so viel hoch- und runtergeschaltet an einem Tag. Naja, aber auch das war irgendwann überstanden und in Motueka ging es nur noch unter die Dusche (nachdem wir allerdings noch ungefähr eine Stunde einen Campingplatz suchen mussten), schnell was Essen und ab ins Bett bzw. auf die Luftmatratze ins Auto.
Am 17ten ging es morgens früh hoch und weiter nach Marahau (ich hoffe ich erinnere den Namen richtig?!). Heute hieß es nämlich ein wenig wandern im Abel-Tasman-Nationalpark. Mit dem Wassertaxi ging es bis zur ersten Bucht (Anchorage) und von dort wurde dann zurückgewandert. Und ich kann euch versichern, es ist wirklich so schön, wie immer alle sagen. Wir hatten nun auch noch Glück mit dem Wetter, wirklich schön.
Abends sind Victoria und ich dann noch ein Stück weitergefahren, bis Takaka. Und wenn ich es auch nicht für möglich gehalten hätte, die Strecke war noch schlimmer zu fahren. Ich hatte echt die Schnauze voll. Dafür haben wir einen schnuckeligen Campingplatz gefunden.
Am nächsten Morgen sind wir ein bisschen durch die doch eher beschauliche Innen“stadt“ von Takaka gebummelt (eine Straße, 15 Läden), bevor es weiterging nach Collingwood. Dort endete Janniks Wanderweg und wir sollten ihn wieder einsammeln. Leider gab es da anscheinend einige Verständigungsschwierigkeiten und wir haben letztendlich den ganzen Nachmittag umsonst am Ende des Wanderweges auf ihn gewartet, da der guten Mann schon längst in der Stadt war. Aber gut, passiert, war ärgerlich, Schwamm drüber. Geschlafen wurde in Collingwood.
Samstag sind wir noch weiter hochgefahren zum Cape Farewell. Relativ unspektakulär wie ich finde, aber wenn man schonmal in der Gegend ist, nimmt man natürlich alles mit.
Gegen Nachmittag sind wir dann noch runtergedüst bis Nelson. Und hier sollten wir zum ersten Mal seit langer Zeit ganze zwei Nächte verbringen :-) Unser Campingplatz glich eher einer eigenen Stadt, aber schön. Am nächsten Morgen haben wir uns die Stadt mal ein bisschen angeguckt und ich habe festgestellt, es ist bislang eine meiner Lieblingsstädte. Nicht zu groß, auch ruhige Ecken, süße Läden und Cafes. Und eine sehr schöne Kathedrale.
Nachmittags wurde am Strand relaxt und abends das ganze mit einem Barbecue vollendet. Montagmorgen ging es dann aber auch schon wieder weiter nach Picton. Um einiges kleiner als Nelson, auch ganz nett, aber wirklich nichts Besonderes. So und damit bin ich auch schon an der Endstation unserer Reise angekommen. Kaikoura. Am Dienstag sind wir hier angekommen. Dienstag, genau, der Tag an dem das erneute Erdbeben Christchurch zerstörte. Wir haben hier nichts abbekommen, sind ja noch rund 150km nördlich von Christchurch. Gott sei Dank. Mich betrifft es nur insofern, dass ich Christchurch nun nie in seinem eigentlichen Glanze sehen werde. Eigentlich wollte ich ein bisschen länger dort bleiben und mir eventuell dort auch wieder Arbeit suchen, aber wie gesagt, das Planen sollte man hier wirklich aufgeben. Aber zurück zum Eigentlichen. Kaikoura. Auch mal wieder eher unspektakulär. Aber man kann es aushalten hier. Seid gestern bin ich nun auch wieder alleine, Jannik und Victoria haben sich wieder zur Nordinsel aufgemacht. Ich werde also mal wieder alles einfach auf mich zukommen lassen und melde mich, sobald es Neuigkeiten gibt! Bis dahin, alles Liebe in die Heimat!
Freitag, 18. Februar 2011
On the road
Das Backpackerleben hat begonnen – und zwar so richtig. Schlafen wahlweise im Auto oder Zelt, nicht immer fließend Wasser, geschweige denn eine Dusche, aber dafür auch wunderschöne Landschaften und eine Menge Spaß. Ja, das ist mein Leben derzeit. Aber alles der Reihe nach. Nach einem legendären (it's gonna be legendary und so, wisst ihr Bescheid), letzten gemeinsamen Abend am Samstag (05.02.), der gleichzeitig auch noch Celines Geburtstagsparty wurde (auch Celine ist nun seit dem 6ten 20, hehe, alles alte Omis hier), hieß es am Montag für mich endgültig Abschied nehmen von Tauranga. Nachdem mich noch alle (und wenn ich sage alle, meine ich wirklich alle alle) zum Bus gebracht hatten, ging es zum Flughafen nach Auckland. Dort habe ich die Nacht verbracht und am nächsten Morgen ging mein Flieger nach Queenstown. Schon bei der Landung in Queenstown hab ich festgestellt, dass es hier auf der Südinsel doch ein wenig anders aussieht, als auf der Nordinsel. Allen voran sind überall Berge. In Queenstwon angekommen, haben mich Victoria und Jannik in Empfang genommen, wobei die Wiedersehensfreude natürlich wieder groß war. Dann haben wir drei uns auf den direkten Weg nach Wanaka gemacht, nur durchbrochen von einem kurzen Stopp im post office (Jannik hat dort sein Weihnachtgeschenk abgeholt und was soll ich sagen, da waren auch Geschenke für mich drin :-) Hab ich mich vielleicht einen Keks gefreut, vielen Dank nochmal nach Rieseby!!!). In Wanaka haben wir dann nach einigen Startschwierigkeiten auch quasi direkt den Campingplatz gefunden. Schwuppdiwupp war das Zelt aufgebaut und mein erster Tag auf der Südinsel auch schon rum. Am nächsten Tag (letzte Woche Mittwoch) wurde morgens das Auto verschönert. Victoria und Jannik haben ihr Auto "Alte Dame" getauft und diesen Namen in allen möglichen Sprachen auf das Auto geschrieben, ziemlich coole Idee, wie ich finde und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen.
Nachmittags sind dann Victorias Mutter und Tante angekommen, die nun auch mit uns reisen. Und wieder war ein Tag rum.
Ja und am Donnerstag ging es dann richtig los. Ab auf die Straße und die Westküste hinauf. Erstes Ziel: die Gletscher (kleiner Tipp an dieser Stelle, nehmt euch einfach eine Landkarte nebendran, dann könnt ihr mir wahrscheinlich besser folgen). Donnerstag sind wir bis zum Fox-Gletscher gefahren. Auf dem Weg dahin (es gibt nur eine Straße, was die Sache erheblich einfacher macht) gab es allerdings einiges zu sehen.
Lake Hawea (ziemlich dicht hinter Wanaka)
Blue Pools (Makarora)
Thunder Creek Falls
Genächtigt wurde auch am Fox-Gletscher (die Stadt dazu heißt Fox-Glacier-Township, ziemlich einfallsreich oder?!) auf dem Campingplatz. Am nächsten Morgen ging es dann zum Lake Matheson. Ein wundervolles Fleckchen Erde. Morgens spiegeln sich im See die Gletscher und Mt Cook, aber so früh konnten wir uns nicht aus dem Schlafsack motivieren. Aber auch um halb elf war der See noch sehr schön und der Rundgang drumherum ein wenig Anstrengung wert.
Lake Matheson
Nach diesem Morgenspaziergang ging es dann zur Erholung kurz an den Strand, bevor wir uns dann in Richtung Fox-Gletscher aufmachten. An dieser Stelle lasse ich einfach die Bilder sprechen.
Fox Glacier
Gegen Abend ging es dann auch mit dem Auto noch ein bisschen weiter, bis zum Franz-Josef-Gletscher, um genau zu sein. Dort angekommen wurde dann (dreimal dürft ihr raten) wieder ein Campingplatz aufgesucht. Dieses Mal allerdings (um Geld zu sparen) kein Campingplatz mit Duschen, Toiletten, Küche etc., sondern einfach ein Platz, auf dem du campen darfst. Ach ja, einen Wasserhahn gab es dort auch (mehr nicht, soll das heißen).
Am nächsten Morgen (ich bin mittlerweile bei Samstag) wurde dann der Franz-Josef-Gletscher mal ein wenig aus der Nähe betrachtet, sprich, wir sind hinaufgeklettert. Wie ihr euch mit Sicherheit denken könnt, kann man auch in Neuseeland nicht einfach mal eben wahllos einen Gletscher hochklettern. Nein, wir hatten natürlich eine Tour gebucht. Zuerst ging es etwa eine halbe Stunde durch den Busch (und damit meine ich wirklich Busch), dann durch das Tal zum Gletscher. Dann mussten wir alle unsere crampons (keine Ahnung wie die Dinger auf deutsch heißen, man schnallt sich quasi kleine Eispickel unter die Schuhe, damit man auf dem Eis Halt hat) umschnallen und rauf ging es aufs Eis. Eine ziemlich geniale Sache war das, ich sags euch. Schon beeindruckend.
Nach der Tour ging es dann noch in die Hot Pools, daaaas war aaaangenehm, heeeerrlich!!!! :-)
Danach sind wir dann weitergefahren bis Hokitika, wo wir zur Abwechslung mal ein Hostel aufgesucht haben, da Unwetter vorhergesagt war und das im Zelt nicht so angenehm ist. Und dann gab es abends auch noch Fish 'n Chips, statt Nudeln oder Reis. Purer Luxus!
Nach einer kurzen Stadtbesichtigung am nächsten Morgen (wobei Stadt in diesem Falle meint Dorf; größer als Tetenhusen, aber kleiner als Kropp (viiel kleiner)) und einem Rundgang in der Jadefabrik ging es dann weiter nach Greymouth. Von dort sind Jannik und ich mit dem Tranzalpin einmal quer durch die Alpen nach Christchurch gefahren, um uns die Landschaft in den Alpen auch mal anzugucken. Auch wirklich schön. Und jetzt kommts. Geplant war, eine Nacht in Christchurch zu schlafen und am nächsten Tag zurück nach Greymouth zu trampen. Aber erstens kommt immer alles anders und zweitens als man denkt. Janniks Bekannter, bei dem wir in Christchurch schlafen wollten, hatte sich leider nicht mehr gemeldet, also hieß es ein Hostel zu finden. Es sollte sich allerdings raustellen, dass von 19 Hostels, die wir in unserem Heftchen hatten, 19 ausgebucht waren. Nun standen wir wirklich dumm da. Abends um halb sieben in Christchurch. Nach einigem überlegen, wurde dann beschlossen, sich schon abends an die Straße zu stellen und zu gucken, wie weit wir kommen, in der Hoffnung dort ein Plätzchen zum Schlafen zu finden. Gekommen sind wir bis Darfield (noch kleiner als Hokitika, aber wohl immer noch größer als Tetenhusen). Da war es neun Uhr. Die Kneipe, die auch Zimmer vermietet, hatte schon zu (!) und das Motel nur noch das Studio für 115 Dollar die Nacht zu vermieten. Das können wir uns als Backpacker natürlich nicht wirklich leisten und so wurde kurzerhand beschlossen, in der öffentlichen Toilette in Darfield zu nächtigen. Da es auch den ganzen Tag geregnet hatte und es dort wenigstens trocken und ein bisschen windgeschützt war. Gott sei Dank hatten wir immerhin unsere Schlafsäcke dabei. So kam ich also zu meiner ersten (und hoffentlich letzten Nacht) auf einer öffentlichen Toilette. Letztendlich war es nicht so schlimm, wie erwartet. Geschlafen hab ich zwar nicht wirklich, aber es war trocken und einigermaßen warm.... und hart, unbequem, ätzend :D
Dafür standen wir am Montagmorgen schon früh an der Straße. Natürlich hat es geregnet und natürlich dauerte es fast 1 ½ Stunden, bis sich dann doch noch jemand erbarmt hat uns mitzunehmen. Dafür aber auch bis kurz vor Greymouth. So waren wir früher als geplant zurück in Greymouth, wenn auch unter deutlich anderen Bedingungen! Nachmittags ging es weiter nach Westport, rauf auf den Campingplatz, ab unter die Dusche, Bett, fertig!
So meine Lieben, nun seid ihr wieder auf dem neusten Stand. Entschuldigt, dass es derzeit keine Mails oder ähnliches gibt, aber Internet ist relativ rar. Und da schreib ich dann lieber hier, da haben alle was von :-) Machts gut, bis bald!
Sonntag, 6. Februar 2011
Delphintour Nummer drei!
Aller guten Dinge sind drei! Und deswegen sind wir letzten Mittwoch wieder rauf aufs Boot. Der Morgen begann schon um einiges vielversprechender (blauer Himmel, Sonnenschein) als die beiden vorigen und so waren alle guter Dinge, dass dies vielleicht endlich unsere letzte Boottour sein könnte. Nachdem wir die Tage vorher jeweils fünf Stunden (planlos?!) durch die Gegend geschippert sind, waren wir Mittwoch noch gar nicht ganz aus dem Hafen raus, da verkündet der captain auch schon, dass Delphine gesichtet wurden. Fünf Minuten später waren wir dann umzingelt von Delphinen. Ich sags euch, der absolute Hammer!!! Direkt am Boot und bestimmt 15 auf einmal. Man wusste teilweise wirklich gar nicht, wo an zuerst und zuletzt hingucken sollte. Schwimmen konnten wir mit dieser Gruppe leider nicht, da auch ein Babydelphin mit von der Partie war. Was ich persönlich jetzt nicht sooo schlimm fand, denn so haben wir einen Babydelphin gesehen. Wir sind dann noch ein bisschen weiter raus gefahren, um vielleicht noch eine andere Gruppe von Delphinen zu finden, die eventuell keine Babys haben. Haben dann auch tatsächlich noch eine Gruppe gefunden. Dieses Mal waren es noch mehr. Aber auch diese Gruppe hatte Babydelphine, also wars wieder nix mit schwimmen, aber wie gesagt, halb so schlimm. Es war einfach so genial diese Delphine so in ihrem natürlichen Lebensraum zu sehen. Und man hatte das Gefühl, die haben total Spaß daran, mit dem Boot zu schwimmen. Sie sind immer wiedergekommen. Ach es ist wirklich schwierig das zu beschreiben, einfach ein einmaliges Erlebnis. Macht euch selber ein Bild:
Celine und ich:
Von hinten: Mart, ich, Linn, PiaDas war der Mittwoch. Freitag war dann endlich DER Tag gekommen. Unser letzter Tag auf dem Kiwifeld. Yeeha!!! Ähnlich wie die Delphintour, war auch diese Arbeit ein einmaliges Erlebnis, aber ich kann wirklich sagen, wir alle haben nach diesen sechs Wochen (ungefähr) absolut die Nase voll. Nie wieder!!! Bevor wir dann endgültig nach Hause gefahren sind, wurde noch feierlich die beste Kiwi, die wir kurzfristig finden konnten, abgeplückt. Einfach aus Spaß an der Sache :-)
Dann haben wir noch eine Tüte voll mit 'schlechten' Kiwis mitgenommen. Und die haben wir dann nachmittags mit Marts Machete bearbeitet. Das war ein Spaß, ich sags euch.
Samstag konnten wir dann seit langem endlich mal wieder richtig schön ausschlafen. Natürlich war ich um neun wach und konnte nicht mehr schlafen, aber prinzipiell hätten wir so richtig schön ausschlafen können. Den Rest des Tages haben wir dann (mit Ausnahme eines kurzen Besuches beim Kunstmarkt) regungslos auf den Couches verbracht. Aus dem einfachen Grund, dass es sowasvon heiß war, dass man alleine vom rumsitzen und nichtstun schon nassgeschwitzt war. Nicht mehr schön. Und dann hieß es abends ein letztes Mal arbeiten im Restaurant. Und natürlich war es voll ohne Ende und ja wir haben uns alle totgeschwitzt. Alter Schwede. Trotzdem war ich auch ein wenig traurig, dass es mein letzter Tag war, es hat einfach wirklich Spaß gemacht (ich kanns nur immer wieder erwähnen). Nach dieser schweißtreibenden Arbeit (im wahrsten Sinne des Wortes) hat das gut gekühlte Bier dann allerdings nochmal besser geschmeckt :-)
Heute geht es dann hoffentlich nochmal zum Strand (hängt davon ab, wann sich alle anderen aus ihren Betten begeben, im Moment sitzte ich hier nämlich noch alleine) und morgen fährt dann auch schon mein Bus zum Flughafen.
Soweit also wieder von mir. Ich habe keine Ahnung, wann ich das nächste Mal wieder Internet habe. Machts gut, bis bald!
Montag, 31. Januar 2011
Denn die Tage sind gezaehlt...
Hier bin ich wieder. Und ich berichte Neues und Kurioses (vielleicht) vom anderen Ende der Welt. Fange ich doch mal mit der Arbeit an.
Eine Person, deren Name anonym beibt, hat nach dem "Geheimnis der Kiwi" gefragt bzw. was denn eigentlich eine 'schlechte' Kiwi ist. Diese Frage lässt sich einfach beantworten. Kiwis die zu flach sind oder zu klein, werden runtergepflückt. Dann gibt es noch solche, die zusammengewachsen sind, die müssen auch weg. Ach ja und manche haben auch einfach schlechte Stellen, die dürfen dann natürlich auch nicht hängen bleiben. Hört sich einfach an, ist es prinzipiell auch. Das Problem ist nur, dass ich das Gefühl habe, dass auf jedem Feld 'klein' und 'flach' anders definiert werden.
Die Felder sind immer in Reihen aufgeteilt. Wir sind meistens zu zweit in einer Reihe und dann geht der Spaß los. Wäre alles halb so schlimm, wäre da nicht noch immer ein Inder, der hinter uns herläuft und kontrolliert. Mindestens einmal am Tag kommt dann "You leave too much rubbish" oder aber "Too much good fruit on the ground". Das wechselt immer mal, ich vermute, je nach Laune des Inders, Recht machen kann man es ihnen eigentlich nie. Manchmal ist dann aber auch der big boss da. Greyham (man merkt schon am Namen, kein Inder). Greyham ist der Chef des Kiwi-Packhauses, an das die Kiwis dann geliefert werden, sobald sie reif sind (was im April der Fall ist). Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass wir nicht indischer Herkunft sind, auf jeden Fall ist Greyham vollkommen zufrieden (um nicht zu sagen begeistert) mit unserer Arbeit und deswegen geht das Gelaber der Inder mittlerweile nur noch ins eine Ohr rein und durchs andere wieder raus.
Hier mal ein paar Beispiele von 'schlechten' Kiwis:
Was gibt es noch für Highlights. Die Inder sind alle komisch. Mittlerweile reden sie zumindest ein bisschen mit uns (mehr Bedarf unsererseits besteht allerdings auch nicht). Die Fragen begrenzen sich allerdings auf "Are you married?" und "Do you have only one boyfriend?". Herrlich. Ansonsten ist die Arbeit nach wie vor wirklich langweilig. Die playlist meines ipods kenne ich inzwischen mehr oder weniger auswendig und Bibi Blockberg kann ich auch nicht mehr hören :-)
Aber es gibt ja auch angenehme Arbeit. Die Arbeit im Restaurant macht riesigen Spaß und ich finde es wirklich schade, dass ich nun demnächst wieder abreise und dementsprechend auch das Restaurant verlasse.
Vor zwei Wochen war der big boss aus Christchurch für zwei Tage im Restaurant (es gibt insgesamt 20 (vor dem Erdbeben in Christchurch waren es 21) LoneStar Restaurants in Neuseeland), um sich mal anzugucken, ob alles richtig läuft etc. Alle waren natürlich super angespannt, aber letztendlich haben wir uns alle gut geschlagen, denke ich. Ein offizielles feedback haben wir noch nicht.
Am Wochenende hatte ich das Vergnügen mit einer Neuanstellung bzw. eventuell bald Neuanstellung (ich hoffe im Sinne der LoneStar-Kunden, dass es dazu nicht kommt). Name: Jessie. Alter: 15. Herkunft: Kiwi. Oh mein Gott!!! So etwas bratziges ist mir wirklich selten untergekommen. Nur um mal ein Beispiel zu nennen, folgende Situation. Zwei Gerichte sollen rausgebracht werden. Ich schnapp mir die Teller und frage Jessie, ob sie weiß, welche Gerichte das sind (um ihr zu helfen, die möglichste schnell zu lernen). Ein Gericht ist chicken, das andere ein Steak. Sie weiß es nicht, also sage ich, das hier (chicken) ist ein 'Johnny Cash'. Und frage dann, ob sie weiß, was das andere ist. Darauf Jessie "Ist das nicht das Gleiche?" Ok, zugegeben, es war auf beidem die gleiche Soße drauf, aber man sollte doch schon paniertes Hühnchen von einem Steak unterscheiden können... Ahhh und so ging das den ganzen Abend, die hat mich echt wahnsinnig gemacht. Ich kann wie gesagt nur hoffen, dass sie den Job nicht bekommt.
So viel zur Arbeit. Was gibt es noch... Ach ja, die Delphintour. Nachdem ich ja in Paihia leider keine Delphintour gemacht habe, konnte ich die Leutchen hier überzeugen und so wurde eine Tour gebucht. Letzte Woche Dienstag sollte es dann losgehen. Aber um die Geschichte komplett zu machen, muss ich am Abend vorher anfangen.
Es ist also Montagabend. Wir saßen alle vorm Fernseher und haben das Ende unseres freien Tages genossen (es hatte geregnet, deswegen keine Kiwiarbeit), als Mart plötzlich auf den Brasilianer (zu dem Zeitpunkt seit einigen Tagen ebenfalls Bewohner des Hostels) aufmerksam wird. Der Gute lief mit seinem Handy durch die Gegend und fängt an, die Wände des Hostels zu filmen und dabei vor sich hin zu brabbeln. Wir uns schon leicht gewundert, aber gut, lassen wir ihm seinen Spaß, dachten wir. Es wurde allerdings nicht besser, er hat dann irgendwann draußen auf der Straße gestanden und die vorbeifahrenden Autos gefilmt. Spätetens da stand fest, dass hier eindeutig irgendwelche Substanzen im Spiel sind. Wir haben uns dann aber nichts weiter dabei gedacht, ist ja sein Leben. Am nächsten Morgen sollte dann in aller Frühe die Delphintour starten. Ich war die erste, die aufgestanden ist (es war halb sieben) und sehe auf dem Weg ins Badezimmer den Brasilianer, der wie ein Bekloppter gegen seine Zimmertür haut. Hab nur gedacht "Alter, bist du eigentlich noch ganz dicht", hab aber nichts gesagt. Im Bad bin ich dann auf Fiona (Freundin des Hostelbesitzers Toni; Toni und Fiona sollten auch mit zur Delphintour) getroffen, die schon richtig angepisst war (eben wegen jenem Brasilianer). Dann sitzen wir in der Küche zum frühstücken, als Mart reinkommt und nur meint "Was macht denn die Polizei vor der Tür?" . Der gute Brasilianer hatte nicht nur im Hostel Radau gemacht, sondern ist auch draußen vor der Kamera ein wenig durchgedreht, sodass kurzerhand mal die Polizei vorbeigekommen ist. Eigentlich nur, um ihn zurechtzuweisen, leider ist er daraufhin komplett am Rad gedreht. Hat rumgeschrien, die Polizisten beleidigt etc. Draufhin ist er dann festgenommen worden und durfte den Weg ins Polizeiauto antreten. Japp und das alles noch vor acht...
Nach der Aufregung haben wir es letztendlich aber doch noch rechtzeitig aufs Boot geschafft und die Tour konnte starten.
Was soll ich sagen. Kurz und knapp, das Wetter war beschissen und außer jeder Menge Treibholz haben wir nichts gesehen. Und wer ist Schuld?! Ich kanns euch sagen, Linn. Linn hat es nämlich gewagt eine Banane mit aufs Boot zu bringen. Und das bringt bekanntermaßen (mir war es nicht bekannt, Linn anscheinend auch nicht :D) Unglück. Ich hatte noch relativ viel Spaß, da es ziemlich windig war und das Boot über echt coole Wellen musste. Des einen Freud ist des anderen Leid. Pia und Celine hingen, sagen wir mal 75 % der Fahrt, über der Reling...
Wir hatten nun aber alle bezahlt und Geld zurück gibts nicht, also hieß es drei Tage später, wieder rauf aufs Boot. Dieses Mal ohne Polizei am frühen Morgen und Pia und Celine waren mit Seekrank-Tabletten auch gut gerüstet. Nachdem Mittwoch und Donnerstag die bislang heißesten Tage des Sommers waren, versprach der Freitag erneut nicht wirklich grandios zu werden, aber immerhin besser als Dienstag. Also dann, kurz und knapp, der Bericht des Tages. Kein Regen, Pia und Celine nur einmal kurz über der Reling, ein fliegender Fisch, ein Pinguin, keine Delphine! Boah...war ich angepisst. Ein Fortschritt gegenüber Dienstag, trotzdem ätzend. Und dass obwohl ich die einzige bin, die auf dem Boot nicht die leistesten Anzeichen von Übel oder dergleichen verspürt. Ihr könnt euch vorstellen, wie es dem Rest ging. Gut, was soll man machen, alle guten Dinge sind drei.
Freitagabend dann ein weiteres Highlight. Dieses Mal saßen nur Pia und ich im Wohnzimmer, als plötzlich der Brasilianer hereinspaziert, als wäre nie etwas gewesen. Toni meinte daraufhin "Du hast hier Hausverbot, ich ruf die Polizei" Wodrauf der Brasilianer antwortet "Jo, mach doch". Die Polizei kam also ein zweites Mal und da die Reaktion ähnlich der beim ersten Mal war, klackten ziemlich schnell erneut die Handschellen und weg war er auch schon wieder, der gute Brasilianer. Unglaublich. Da kann man wohl nur den Kopf schütteln.
Ja, das sind so die Highlights der letzten Wochen.
Meine Tage hier in Tauranga gehen nun defininitiv zuende. Der Flug ist gebucht, am achten Februar geht es nach Queenstown. Dort treffe ich dann wieder auf Jannik und Victoria und zusammen wird dann die Westküste der Südinsel bereist. Auch wenn ich mich schon super auf die Zeit freue und richtig Bock habe, endlich mal so richitg durchs Land zu reisen, muss ich doch sagen, dass es mir sehr, sehr schwer fällt, aus Tauranga wegzugehen. Denn es bedeutet Abschied nehmen von so vielen tollen Leuten. Pia und Celine natürlich, aber bei den beiden bin ich mir sicher, dass wir uns wiedersehen und wenn es erst zurück in Deutschland ist. Aber auch von Linn und Mart, mit denen wir so viel Scheiß gemacht und Spaß gehabt haben. Und auch wenn Norwegen bzw. Holland nicht aus der Welt sind, wird es wohl doch ein Abschied für länger, wenn auch hoffentlich nicht für immer. Von unserer "Familie" hier im Hostel heißt es allerdings Abschied für immer. Und dieser Gedanke ist wirklich fies. Wir hatten alle zusammen eine wahnsinnig tolle Zeit hier, da fällt es schwer, weiterzureisen.
Aber auch die schönsten Zeiten gehen vorbei und es werden andere tolle kommen! In diesem Sinne komme ich nun auch zum Ende und verabschiede mich mit den allerliebsten Grüßen, in der Hoffnung noch diese Woche mit Bildern von Delphinen dienen zu können...
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