Kia Ora!

Dies ist mein Blog, in dem ich versuche regelmäßig von meinen Erlebnissen in Neuseeland zu berichten. Ich hoffe es gefällt euch, Kommentare sind immer herzlich willkommen!







Montag, 31. Januar 2011

Denn die Tage sind gezaehlt...

Hier bin ich wieder. Und ich berichte Neues und Kurioses (vielleicht) vom anderen Ende der Welt. Fange ich doch mal mit der Arbeit an.
Eine Person, deren Name anonym beibt, hat nach dem "Geheimnis der Kiwi" gefragt bzw. was denn eigentlich eine 'schlechte' Kiwi ist. Diese Frage lässt sich einfach beantworten. Kiwis die zu flach sind oder zu klein, werden runtergepflückt. Dann gibt es noch solche, die zusammengewachsen sind, die müssen auch weg. Ach ja und manche haben auch einfach schlechte Stellen, die dürfen dann natürlich auch nicht hängen bleiben. Hört sich einfach an, ist es prinzipiell auch. Das Problem ist nur, dass ich das Gefühl habe, dass auf jedem Feld 'klein' und 'flach' anders definiert werden.
Die Felder sind immer in Reihen aufgeteilt. Wir sind meistens zu zweit in einer Reihe und dann geht der Spaß los. Wäre alles halb so schlimm, wäre da nicht noch immer ein Inder, der hinter uns herläuft und kontrolliert. Mindestens einmal am Tag kommt dann "You leave too much rubbish" oder aber "Too much good fruit on the ground". Das wechselt immer mal, ich vermute, je nach Laune des Inders, Recht machen kann man es ihnen eigentlich nie. Manchmal ist dann aber auch der big boss da. Greyham (man merkt schon am Namen, kein Inder). Greyham ist der Chef des Kiwi-Packhauses, an das die Kiwis dann geliefert werden, sobald sie reif sind (was im April der Fall ist). Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass wir nicht indischer Herkunft sind, auf jeden Fall ist Greyham vollkommen zufrieden (um nicht zu sagen begeistert) mit unserer Arbeit und deswegen geht das Gelaber der Inder mittlerweile nur noch ins eine Ohr rein und durchs andere wieder raus.
Hier mal ein paar Beispiele von 'schlechten' Kiwis:

Was gibt es noch für Highlights. Die Inder sind alle komisch. Mittlerweile reden sie zumindest ein bisschen mit uns (mehr Bedarf unsererseits besteht allerdings auch nicht). Die Fragen begrenzen sich allerdings auf "Are you married?" und "Do you have only one boyfriend?". Herrlich. Ansonsten ist die Arbeit nach wie vor wirklich langweilig. Die playlist meines ipods kenne ich inzwischen mehr oder weniger auswendig und Bibi Blockberg kann ich auch nicht mehr hören :-)
Aber es gibt ja auch angenehme Arbeit. Die Arbeit im Restaurant macht riesigen Spaß und ich finde es wirklich schade, dass ich nun demnächst wieder abreise und dementsprechend auch das Restaurant verlasse.
Vor zwei Wochen war der big boss aus Christchurch für zwei Tage im Restaurant (es gibt insgesamt 20 (vor dem Erdbeben in Christchurch waren es 21) LoneStar Restaurants in Neuseeland), um sich mal anzugucken, ob alles richtig läuft etc. Alle waren natürlich super angespannt, aber letztendlich haben wir uns alle gut geschlagen, denke ich. Ein offizielles feedback haben wir noch nicht.
Am Wochenende hatte ich das Vergnügen mit einer Neuanstellung bzw. eventuell bald Neuanstellung (ich hoffe im Sinne der LoneStar-Kunden, dass es dazu nicht kommt). Name: Jessie. Alter: 15. Herkunft: Kiwi. Oh mein Gott!!! So etwas bratziges ist mir wirklich selten untergekommen. Nur um mal ein Beispiel zu nennen, folgende Situation. Zwei Gerichte sollen rausgebracht werden. Ich schnapp mir die Teller und frage Jessie, ob sie weiß, welche Gerichte das sind (um ihr zu helfen, die möglichste schnell zu lernen). Ein Gericht ist chicken, das andere ein Steak. Sie weiß es nicht, also sage ich, das hier (chicken) ist ein 'Johnny Cash'. Und frage dann, ob sie weiß, was das andere ist. Darauf Jessie "Ist das nicht das Gleiche?" Ok, zugegeben, es war auf beidem die gleiche Soße drauf, aber man sollte doch schon paniertes Hühnchen von einem Steak unterscheiden können... Ahhh und so ging das den ganzen Abend, die hat mich echt wahnsinnig gemacht. Ich kann wie gesagt nur hoffen, dass sie den Job nicht bekommt.
So viel zur Arbeit. Was gibt es noch... Ach ja, die Delphintour. Nachdem ich ja in Paihia leider keine Delphintour gemacht habe, konnte ich die Leutchen hier überzeugen und so wurde eine Tour gebucht. Letzte Woche Dienstag sollte es dann losgehen. Aber um die Geschichte komplett zu machen, muss ich am Abend vorher anfangen.
Es ist also Montagabend. Wir saßen alle vorm Fernseher und haben das Ende unseres freien Tages genossen (es hatte geregnet, deswegen keine Kiwiarbeit), als Mart plötzlich auf den Brasilianer (zu dem Zeitpunkt seit einigen Tagen ebenfalls Bewohner des Hostels) aufmerksam wird. Der Gute lief mit seinem Handy durch die Gegend und fängt an, die Wände des Hostels zu filmen und dabei vor sich hin zu brabbeln. Wir uns schon leicht gewundert, aber gut, lassen wir ihm seinen Spaß, dachten wir. Es wurde allerdings nicht besser, er hat dann irgendwann draußen auf der Straße gestanden und die vorbeifahrenden Autos gefilmt. Spätetens da stand fest, dass hier eindeutig irgendwelche Substanzen im Spiel sind. Wir haben uns dann aber nichts weiter dabei gedacht, ist ja sein Leben. Am nächsten Morgen sollte dann in aller Frühe die Delphintour starten. Ich war die erste, die aufgestanden ist (es war halb sieben) und sehe auf dem Weg ins Badezimmer den Brasilianer, der wie ein Bekloppter gegen seine Zimmertür haut. Hab nur gedacht "Alter, bist du eigentlich noch ganz dicht", hab aber nichts gesagt. Im Bad bin ich dann auf Fiona (Freundin des Hostelbesitzers Toni; Toni und Fiona sollten auch mit zur Delphintour) getroffen, die schon richtig angepisst war (eben wegen jenem Brasilianer). Dann sitzen wir in der Küche zum frühstücken, als Mart reinkommt und nur meint "Was macht denn die Polizei vor der Tür?" . Der gute Brasilianer hatte nicht nur im Hostel Radau gemacht, sondern ist auch draußen vor der Kamera ein wenig durchgedreht, sodass kurzerhand mal die Polizei vorbeigekommen ist. Eigentlich nur, um ihn zurechtzuweisen, leider ist er daraufhin komplett am Rad gedreht. Hat rumgeschrien, die Polizisten beleidigt etc. Draufhin ist er dann festgenommen worden und durfte den Weg ins Polizeiauto antreten. Japp und das alles noch vor acht...
Nach der Aufregung haben wir es letztendlich aber doch noch rechtzeitig aufs Boot geschafft und die Tour konnte starten.
Was soll ich sagen. Kurz und knapp, das Wetter war beschissen und außer jeder Menge Treibholz haben wir nichts gesehen. Und wer ist Schuld?! Ich kanns euch sagen, Linn. Linn hat es nämlich gewagt eine Banane mit aufs Boot zu bringen. Und das bringt bekanntermaßen (mir war es nicht bekannt, Linn anscheinend auch nicht :D) Unglück. Ich hatte noch relativ viel Spaß, da es ziemlich windig war und das Boot über echt coole Wellen musste. Des einen Freud ist des anderen Leid. Pia und Celine hingen, sagen wir mal 75 % der Fahrt, über der Reling...
Wir hatten nun aber alle bezahlt und Geld zurück gibts nicht, also hieß es drei Tage später, wieder rauf aufs Boot. Dieses Mal ohne Polizei am frühen Morgen und Pia und Celine waren mit Seekrank-Tabletten auch gut gerüstet. Nachdem Mittwoch und Donnerstag die bislang heißesten Tage des Sommers waren, versprach der Freitag erneut nicht wirklich grandios zu werden, aber immerhin besser als Dienstag. Also dann, kurz und knapp, der Bericht des Tages. Kein Regen, Pia und Celine nur einmal kurz über der Reling, ein fliegender Fisch, ein Pinguin, keine Delphine! Boah...war ich angepisst. Ein Fortschritt gegenüber Dienstag, trotzdem ätzend. Und dass obwohl ich die einzige bin, die auf dem Boot nicht die leistesten Anzeichen von Übel oder dergleichen verspürt. Ihr könnt euch vorstellen, wie es dem Rest ging. Gut, was soll man machen, alle guten Dinge sind drei.
Freitagabend dann ein weiteres Highlight. Dieses Mal saßen nur Pia und ich im Wohnzimmer, als plötzlich der Brasilianer hereinspaziert, als wäre nie etwas gewesen. Toni meinte daraufhin "Du hast hier Hausverbot, ich ruf die Polizei" Wodrauf der Brasilianer antwortet "Jo, mach doch". Die Polizei kam also ein zweites Mal und da die Reaktion ähnlich der beim ersten Mal war, klackten ziemlich schnell erneut die Handschellen und weg war er auch schon wieder, der gute Brasilianer. Unglaublich. Da kann man wohl nur den Kopf schütteln.
Ja, das sind so die Highlights der letzten Wochen.
Meine Tage hier in Tauranga gehen nun defininitiv zuende. Der Flug ist gebucht, am achten Februar geht es nach Queenstown. Dort treffe ich dann wieder auf Jannik und Victoria und zusammen wird dann die Westküste der Südinsel bereist. Auch wenn ich mich schon super auf die Zeit freue und richtig Bock habe, endlich mal so richitg durchs Land zu reisen, muss ich doch sagen, dass es mir sehr, sehr schwer fällt, aus Tauranga wegzugehen. Denn es bedeutet Abschied nehmen von so vielen tollen Leuten. Pia und Celine natürlich, aber bei den beiden bin ich mir sicher, dass wir uns wiedersehen und wenn es erst zurück in Deutschland ist. Aber auch von Linn und Mart, mit denen wir so viel Scheiß gemacht und Spaß gehabt haben. Und auch wenn Norwegen bzw. Holland nicht aus der Welt sind, wird es wohl doch ein Abschied für länger, wenn auch hoffentlich nicht für immer. Von unserer "Familie" hier im Hostel heißt es allerdings Abschied für immer. Und dieser Gedanke ist wirklich fies. Wir hatten alle zusammen eine wahnsinnig tolle Zeit hier, da fällt es schwer, weiterzureisen.

 Aber auch die schönsten Zeiten gehen vorbei und es werden andere tolle kommen! In diesem Sinne komme ich nun auch zum Ende und verabschiede mich mit den allerliebsten Grüßen, in der Hoffnung noch diese Woche mit Bildern von Delphinen dienen zu können...

Montag, 3. Januar 2011

Ein neues Jahr

Ein herzerfrischendes Hallo an alle meine Lieben im weit entfernten Deutschland. Ich wünsche euch allen ein frohes neues Jahr 2011!!!
Ich hoffe ihr habt die Festtage alle gut überstanden, seid gut ins neue Jahr gerutscht und startet nun voller Tatendrang so richtig durch?! :-)
Was mich angeht, danke der Nachfrage, ich bin sehr gut ins neue Jahr gekommen. Genaueres dazu später. Zuerst die Neuigkeit der Woche. Silja hat Arbeit. Und da ich ja den Hals nicht voll genug bekommen kann (sagt man doch so oder?!), ist derzeit nicht nur ein Job angesagt, sondern gleich zwei. Dazu kam es folgendermaßen.
Letzte Woche hat Jack (ebenfalls Bewohner des 'Tauranga Central Backpackers') uns freundlicherweise einen Job bei seinem Chef besorgt. Kiwi-thinning. Heißt so viel wie die doofen Kiwis abpflücken, damit die guten Kiwis besser wachsen können. Hört sich einfach an, ist es auch. ABER... und nun kommts. Es ist anstrengend. Man steht bzw. läuft den ganzen Tag unter den Kiwibäumen (ich hab leider noch kein Foto, für die, die nicht wissen, wie ein Kiwibaum aussieht, am Besten einfach mal googlen), meistens kann man nicht aufrecht stehen. Dann hat man die ganze Zeit den Kopf im Nacken liegen und die Arme gen Himmel gerichtet, was spätestens nach zwei Stunden ebenfalls nicht mehr angenehm ist. Und dann kommt noch hinzu, dass es wohl keine langweiligere, stupidere Arbeit gibt. Zumindest fällt mir grad keine ein. Der einzig gute Part ist wohl das Geld. Ach ja, noch ein weiterer Punkt, was diesen Job angeht. Neben uns vier Mädels aus dem Hostel arbeiten sonst nur Inder auf den Kiwi-Plantagen. Und auch unser 'Boss' ist Inder. Das wäre ja eingentlich auch nicht weiter schlimm, wenn die bloß nicht so stinken würden.... Bahh, ich sags euch, das ist wirklich nicht schön. Man hört Inder nicht kommen, man riecht sie kommen. Ohne Witz. Naja, das eine, was man will, das andere, das man muss.

Weiter im Text. Die Aufmerksamen unter euch werden festgestellt haben, dass das nur ein Job ist, ich ja aber zwei angekündigt habe. Kommen wir also zum zweiten Job. Nachdem ich von der Kiwiarbeit nach Hause komme, wird fix geduscht, gegessen und dann gehts weiter ins Restaurant. Ins 'LoneStar' um genau zu sein. Dort arbeite ich nämlich seid Mittwoch noch zusätzlich. Drinks servieren, Essen servieren, Besteck rollen, Servierten (wie auch immer man das schreibt) falten und alles was so dazugehört eben. Im Gegensatz zu Job Nr. 1 macht mir diese Arbeit allerdings sehr viel Spaß. Leider ist es nur für ca. 2 Wochen, bin quasi nur im Notfall eingesprungen. Alles in allem komme ich derzeit auf 10-13 Stunden arbeiten am Tag. Und mehr als essen, schlafen und duschen schaffe ich da nebenbei nicht so richtig im Moment. Verzeiht also, dass meine Mails derzeit eher Mangelware sind. Heute ist nun der erste Abend, an dem ich nicht im LoneStar arbeiten muss, aber mehr als diesen Blogeintrag schaffe ich glaub ich trotzdem nicht :D

So weit, so gut. Komme ich zu meinem Jahreswechsel. Als erstes muss ich dazu an dieser Stelle erwähnen, dass Victoria und Jannik am Donnerstag kurzfristig hier aufgetaucht und bis gestern geblieben sind. Hach war das eine Wiedersehensfreude. Sehr sehr großartig!!!
Und dann war schwuppdiwupp auch schon Silvester. Leider mussten wir auch an Silvester arbeiten und zwar bis halb elf (ja, abends). Dann wurde sich in Rekordzeit umgezogen, währenddessen schnell zwei Bierchen hinuntergestürzt, um dann gerade noch so den letzten Bus nach Mount Maunganui (zum Strand!!!) zu bekommen. Dort angekommen mussten wir uns dann noch durch die Massen an Menschen kämpfen, um direkt an den Strand zu gelangen (wobei der Alkoholpegel der Jungs nicht gerade hilfreich war). Wir haben es jedoch noch vor zwölf geschafft und konnten das Feuerwerk überm Wasser mehr oder weniger entspannt genießen. Merkwürdig war, das eben dieses Feuerwerk das einzige war, scheint hier nicht so Sitte zu sein, dass jeder sein eigenes Feuerwerk veranstaltet. Mal ganz davon abgesehen, dass ich den ganzen Abend nicht einen einzigen Knaller gehört habe (wodrüber ich mich weiß Gott nicht beschweren möchte). Am Strand war eine große Bühne aufgebaut, auf der den ganzen Abend eine Liveband gespielt hat. Allerdings nur bis viertel nach zwölf, danach gabs nur noch 'nen DJ, der eher bescheiden war. Das hat uns allerdings nicht so richtig gestört. Und die gefühlten Millionen anderen Menschen auch nicht. Durch diese Menschenmasse gestaltete es sich leider auch etwas schwierig Victoria und Jannik zu finden, die schon früher zum Mount gefahren waren (bis hierhin hatte ich den Text geschrieben, als plötzlich Pia ins Zimmer gestürmt kommt mit den Worten "Silja, Silja, du musst ins Restaurant kommen, sofort!!! da war es acht – jetzt ist es halb elf, so viel also zu meinem freien Abend, danke für nichts!). Letztendlich hab ich es aber doch noch geschafft, zumindest Victoria aufzugabeln.
Um zwei ging dann allerdings auch schon der letzte Bus nach Tauranga und da wir ein return-ticket hatten, haben wir uns dann auch beeilt jenen zu bekommen (es ist uns gelungen!). Zurück im Hostel wurde dann noch das ein oder andere Bierchen getrunken, aber die Auswirkungen der geleisteten Arbeitsstunden der vergangenen Woche bzw. des Abends zeigten sich dann doch recht bald und so konnte ich immerhin noch ein gutes Stündchen schlafen, um dann wieder aufzustehen, um mit meinen liebsten Freunden zu skypen. Leider Gottes ohne Kamera, da auf Tetenhusener Seite leider keine vorhanden war und meine nicht funktionierte. Aber alleine die Stimmen mal wieder zu hören war ein Highlight. Ihr seht, ich hatte einen wundervollen Start ins neue Jahr und werde nun die nächste Zeit weiterhin hauptsächlich damit verbringen, stinkenden Indern aus dem Weg zu gehen, sowie versuchen zu vermeiden den Gästen ihre Getränke über die Hose zu kippen. Cheers!