Am Besten erzähl ich einfach der Reihe nach, zumindest versuche ich es. Nachdem ich meine Pläne, mit Victoria und Jannik in Pauanui Weihnachten zu feiern, leider endgültig aufgeben musste, hatte ich genau zwei Möglichkeiten. Entweder ich bleibe in Paihia und verbringe dort im Hostel die Feiertage oder aber ich fahre zurück nach Tauranga. Da Tauranga wirklich ein gutes Stück von Paihia entfernt ist (insgesamt rund acht Stunden Busfahrt), hab ich wirklich gezögert zurückzufahren, aber dann dachte ich mir, Silja, es ist Weihnachten. Also hab ich erneut meinen Rucksack gepackt (wie ich es hasse!!!) und bin am Dienstag zurück nach Tauranga. Ich hatte nur Pia davon erzählt und alle anderen haben leicht blöd geguckt, als ich plötzlich in der Tür stand. Sehr witzig.
Ja, ich war also zurück. Kommen wir zu den Festtagen. Für diejenigen unter euch, die es vielleicht nicht wissen, die Neuseeländer feiern Weihnachten am 25ten (Christmasday). Also haben wir uns überlegt, an diesem Tage lecker zu kochen. Ein richtiges Drei-Gänge-Menü. Wenn schon, denn schon. Dafür musste natürlich eingekauft werden. Soweit so gut, aber findet mal in einem neuseeländischen Supermarkt Rotkohl oder Meerrettich. Gibts natürlich nicht. Aber Gott sei Dank hat hier in Tauranga vor ca drei Wochen der "Gouda-Shop" aufgemacht. Dort gibt es ganz viel europäischen Kram und jaaaa auch Rotkohl (einige von euch wissen, wie sehr mich das gefreut hat), mein Weihnachten war gerettet!!
Letztendlich hatten wir also alle Einkäufe zusammen.
Dann kam Christmas Eve (Heiligabend). Silja wacht morgens auf, zumindest dachte ich, es wäre morgens, aber nein es war mitten in der Nacht. Warum wache ich mitten in der Nacht auf?! Weil ich solche Zahnschmerzen habe, dass ich denke, ich muss bald sterben. Ich hab ja an Heiligabend auch nichts Besseres zu tun, als mich auf die Suche nach einem Zahnarzt zu machen.... Nein, das Problem war eigentlich nicht, einen Zahnarzt zu finden, sondern vielmehr einen Zahnarzt zu finden, der nicht geschlossen hat. Einen hab ich dann tatsächlich aufgetrieben, der hatte aber auch nur für bestimmte Patienten auf. Irgendwie muss ich wohl wirklich nicht gut ausgesehen haben, denn letztendlich durfte ich doch noch zum Arzt rein. Ende vom Lied war, dass ich mal eben 60 Dollar losgeworden bin und über Weihnachten Antibiotikum zu mir nehmen durfte. Yeehaaa!!!
Aber gut, die Schmerzen waren nach den ersten beiden Tabletten fast weg und das war für mich in diesem Falle die Hauptsache.
Abends ging es dann in den Pub. Ich glaube, ich erwähnte schonmal, wie begeistert ich von den Pubs hier bin?! Und auch an diesem Abend gab es natürlich wieder Live-Musik. So wurden es ein paar nette Stunden (um zwölf war allerdings Ende im Gelände) mit der ein oder anderen Tanzeinlage meinerseits. Dazu durften wir noch einen wahnsinnigen Sonnenuntergang betrachten:
Am Christmas Day waren wir Mädels alle schon recht früh wach und so haben wir den Vormittag mit unseren Bettdecken, Schokolade und zwei Weihnachtsfilmen vor dem Fernseher verbracht. Herrlich!!! Das Wetter war nun auch nicht so superklasse, sodass wir kein schlechtes Gewissen haben mussten, nicht zum Strand gefahren zu sein.
Und nachmittags ging es dann auch schon los mit der Kocherei. Und ich sag euch, das war ein Spaß. Vier Mädels, die eigentlich alle nicht so richtig einen Plan vom Kochen haben, in der Küche am experimentieren. Die Männer stehen daneben und gucken beeindruckt (sie wussten natürlich nicht, dass wir experimentieren :P). Das ein oder andere Bierchen dazu. Ein Zaubertraum!!!
Und so sah das Ergebnis dann aus.
Die Vorspeise(n): Blätterteigtaschen (wahlweise mit Lachs oder Schinken/Käse), Bruschetta (klassisch Tomate-Zwiebel), Salat, Ziegenkäse mit Honig in Filouteig (eigentlich wie Blätterteig), Baguette mit Knoblauchbutter und/oder Dip, Lachsschnitten
Der Hauptgang: Rinderfilet, Bohnen im Speckmantel, Kroketten, ROTKOHL :-), Möhren und einen Schinken (Kiwi-Tradition)
Das Dessert: Obstsalat und einen Jelly-Kuchen (Wackelpudding mit Beeren und Sahnecreme)
Ach ja, einen Weihnachtsbaum hatten wir auch:
Ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass wir vorm Dessert erstmal eine Stunde spazierengehen mussten, weil einfach nichts mehr reinpasste. Danach ging es dann wieder :D
Alles in allem hatte ich ein sehr schönes Weihnachten, wenn auch completely different. Ich hoffe ihr konntet die Tage (trotz Schnee) auch genießen und seid nun bereit für das neue Jahr. An dieser Stelle also allen einen Guten Rutsch ins Jahr 2011!!!





























